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Marburg Stadt will Tas abreißen und neu bauen
Marburg Stadt will Tas abreißen und neu bauen
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10:00 21.02.2019
Am alten Standort in der Gisselberger Straße soll ein neues städtisches Übernachtungsheim entstehen. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

An dem Standort in der Gisselberger Straße sind neben der Tagesaufenthaltsstätte auch das städtische Übernachtungsheim und die Fachberatung des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf untergebracht. Als 2015 das Gesamtkonzept zur Wohnungslosenhilfe beschlossen wurde, ging man noch davon aus, dass eine Sanierung des Gebäudes möglich sei.

Den Gedanken habe man ­jedoch verworfen, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. Hintergrund war ein Antrag der Linken, der Magistrat solle das Konzept aus dem Jahr 2015 und damit die Verbesserung der baulichen Situation umsetzen. Spies sagte dazu, man sei seit dem Beschluss an der Umsetzung dran.

Zunächst habe man längere Zeit nach einem neuen Grundstück gesucht, das ausreichend zentral und gut erreichbar sei. Schließlich habe man sich jedoch für einen Abriss mit Neubau entschieden, was die auch die günstigere Lösung sei. Ein Grund für den Neubau sei außerdem zusätzlicher Raumbedarf wegen neuer Angebote.

Wohnungen im Ginseldorfer Weg sollen aufgelöst werden

Da ein größerer Bau geplant ist, sei die Stadt auch mit der Praxis GmbH im Gespräch, die das Gebrauchtwarenkaufhaus nebenan betreibt. Man wolle vom Nachbargrundstück einen Teil des Parkplatzes nutzen. Die Praxis GmbH wolle sich unter Umständen darauf einlassen, wenn an der Stelle dann auch mehrere Räume für ihre Nutzung gebaut würden.

Es werde mit einem Umsetzungszeitraum von bis zu 4 Jahren gerechnet, sagte Spies. Eine Lösung für die Zwischenzeit stehe bereits in Aussicht. Im aktuellen Haushaltsentwurf für 2019 seien für die Vorbereitung der Baumaßnahmen bereits finanzielle Mittel beim Fachdienst Hochbau eingestellt.

Der Oberbürgermeister sagte­ weiterhin, dass der Standort „Ginseldorfer Weg“ im Waldtal aufgelöst werden soll. Dort gibt es Obdachlosenunterkünfte mit 40 Plätzen. Ein „geeignetes Bestandsgebäude als Ersatz“ habe­ man nicht gefunden. „Wir denken mit der GeWoBau daher über zwei oder drei Standorte nach“, sagte Spies. Das erleichtere den Menschen auch die Integration in die Nachbarschaft. An der Stelle sollen stattdessen neue Wohnungen für Familien gebaut werden, ergänzte ­Sozialplanerin Monique Meier. Die Marburger Linke betrachtete ihren Antrag schließlich als „erledigt“.

von Freya Altmüller