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Marburg Von Häuslebauern und Kloß-Köchen
Marburg Von Häuslebauern und Kloß-Köchen
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21:59 03.12.2018
Wie viele Süßigkeiten trägt das Dach des Lebkuchenhauses? Sehr viele! Das Beweisfoto schickte ­Silke Plessl aus Großseelheim. Quelle: privat
Marburg

In diesem Bericht geht es um geschichtsträchtige Mohnklöße, Milch für den Nikolaus und einen Wettstreit im Bau von Lebkuchenhäusern, bei dem der Gebrauch von Pattex zumindest nicht verboten ist.

Die Mohnklöße

„Bei uns in der Familie ist es Brauch, am Heiligabend, nachdem wir gegessen und beschert haben, Mohnklöße zu essen. Es handelt sich um ein schlesisches Rezept. Die Klöße werden aus Mohn, alten Brötchen und Mandeln hergestellt. Diese Tradition hat meine Mutter aus ihrer Heimat mitgebracht, aus der sie einst flüchten musste . Und diese Tradition habe ich an meine drei Kinder weitergeben. Und wahrscheinlich werden meine Kinder es auch an ihre Kinder weiter geben.“

von Sigrid Reinhard 
aus Marburg

Zwei Gründe zum Feiern

„Für mich ist das ganze Weihnachtsfest eine Tradition, die ich jedes Jahr wieder genieße. Wir dekorieren unser Haus. Die Kinder bekommen selbstgebastelte Adventskalender, die das Aufstehen in der Adventszeit enorm erleichtern. Wir haben einen Adventskranz, an dem wir jeden Sonntag eine weitere Kerze anzünden. In der Adventszeit werden viele leckere Plätzchen gebacken. Kurz vor Heiligabend stellen wir einen Weihnachtsbaum auf und schmücken ihn gemeinsam. Am Heiligabend gehen wir gemeinsam zur Kirche und feiern anschließend bei einem guten Essen und dem hell erleuchteten Weihnachtsbaum. Am 1. Feiertag besuchen wir unsere Oma. Sie hat am 25. Dezember Geburtstag und daher haben wir gleich zwei Gründe, an diesem Tag gemeinsam zu feiern.“

von Martina Traute 
aus Reddehausen

Milch für den Nikolaus

„Bei uns bringt der Nikolaus jedes Jahr Süßigkeiten und kleine Geschenke, während wir bei einer Nikolausveranstaltung im Dorf sind. Wir stellen dann vorher Milch und Kekse für den Nikolaus bereit. Wenn wir wiederkommen, hat er meistens alles weggefuttert.“

von Maria Traute 
aus Reddehausen

Das Lebkuchenhaus

„Seitdem wir 2005 unseren Hof in Großseelheim gekauft haben, bauen wir jedes Jahr ein Lebkuchenhaus im Blockhausstil. Diese Aktion ist mit einigem Aufwand verbunden: Man muss zwei Tage vor dem Backen eine ziemlich große Portion Lebkuchenteig kneten, am Backtag viele Teigrollen formen, messen, ausrollen und in einigen Etappen backen.

Das Schöne an dieser Tradition ist, dass wir sie seit vielen Jahren mit einer befreundeten Familie aus Siegen teilen, die immer für diese Aktion zu uns kommt. Wir kennen die Mutter der Familie aus Studienzeiten und halten über die Lebkuchenhausaktion, die immer vor oder zu Beginn der Adventszeit stattfindet, Kontakt. Tatsächlich treffen wir uns leider meistens nur dieses eine mal im Jahr.

Mittlerweile ist ein kleiner Wettbewerb um die Standfestigkeit des Häuschens entstanden. Mussten wir früher schon mal zu einem Unterbau aus Holz oder einer Pattexpistole greifen, sind wir mittlerweile zu Lebkuchenhausprofis geworden. Es hält mit Zuckerguss und vielleicht dem einen oder anderen Zahnstocher.

Mitmachen

Gewinnen Sie mit ihren Weihnachtsbräuchen: Senden Sie eine Mail mit dem Betreff „Weihnachtstradition“ an gewinnspiel@op-marburg.de oder per Post an Oberhessische Presse, Gewinnspiel „Weihnachtstradition“, Team Lesermarkt, Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg. Einsendeschluss ist Freitag, 28. Dezember 2018. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.     

Auch die Schmückart des Daches hat sich über die Jahre entwickelt. Als die Kinder noch klein waren, war das Ziel oft, so viele Süßigkeiten wie möglich auf das Haus zu packen. Mittlerweile wird mehr auf ästhetische Gesichtspunkte Wert gelegt.

Was sich nach wie vor nicht geändert hat, ist, dass während des Backens und Schmückens jede Menge Süßigkeiten in die Bäuche der Beteiligten wandern. Dank des Lebkuchenhauses haben wir während der ganzen Adventszeit den leckeren Duft im Haus, der uns auf Weihnachten einstimmt.“

von Silke Plessl 
aus Großseelheim