Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Revolution in Schlumpfhausen
Marburg Revolution in Schlumpfhausen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:19 03.04.2017
Schlaubi (von links), Clumsy, Hefty und Schlumpfine sind in den verbotenen Wald aufgebrochen. Dort lauert der böse Zauberer ­Gargamel. Quelle: Sony Pictures
Marburg

Die Schlümpfe sind nicht kleinzukriegen. Ab 1958 gab es die Comics des Belgiers Peyo, dann die Zeichentrickserie und später die Kinofilme. Nun kommt erneut ein Abenteuer mit den weißbemützten blauen Figuren ins Kino. In „Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf“ wagen sich Schlumpfine und ihre Freunde in den verbotenen Wald, um nach einer geheimnisvollen Siedlung zu suchen.

Gefährlich, gefährlich, denn der böse Zauberer Gargamel und sein Kater Azrael sind ihnen dicht auf den Fersen. Optisch ist die animierte Neuauflage, natürlich in 3D – nett gemacht. Die Geschichte ist jedoch über weite Strecken klamaukig und vermittelt teilweise sogar ein antiquiertes Frauenbild.

Bei der Animation wollten die Filmemacher rund um Regisseur Kelly Asbury zu den Wurzeln der Werke des belgischen Zeichners Pierre Culliford alias Peyo zurück. „Wir haben uns die frühen Comicbücher angesehen und das Werk von Peyo studiert“, sagt Asbury. „Peyos Werk vermittelt eine Beschwingtheit und eine Leichtigkeit des Seins.“ Visuell ist der Film in der Tat gelungen. Fantasievoll wurde die Schlumpfwelt am Computer animiert, putzige Schlumpfhäuser, lustige Schlümpfe und eine zauberhafte Wunderwelt im verbotenen Wald.

Schlumpfine emanzipiert sich

Alles schön, wäre da nicht Schlumpfine, in der deutschen Fassung gesprochen von Nora Tschirner. Sie ist nicht mehr als die Ausgeburt von Gargamels finsteren Schlumpf-Vernichtungsfantasien. Der Zauberer (Christoph Maria Herbst) hat die hübsche, blond gelockte Schönheit geschaffen, damit sie den blauen Ego-Männchen den Kopf verdreht und sie in sein Schloss lockt. Dort will er aus ihnen eine magische Schlumpfsuppe brauen. Im Kern ist Schlumpfine deshalb ein ziemlich böses Mädchen, geformt aus einem Lehmklumpen. Das süße Lächeln, der schmachtende Augenaufschlag: Alles nur gespielt. Oder doch nicht?

Irgendetwas muss falsch gelaufen sein, denn Schlumpfine hat, wie wir wissen, ein Herz für ihre Schlümpfe. Und sie hat keine Ahnung, welche bösen Kräfte in ihr schlummern, wäre da nicht dieses nagende Gefühl, dass etwas nicht stimmt mit ihr.

Emanzipation in Schlumpfhausen? Höchste Zeit. Schlumpfine will nicht länger die Süße sein, für die alle schwärmen und die selbstverliebt in den Spiegel starrt. Sie ist unzufrieden und will endlich auch eine Aufgabe haben, Typ unzufriedene Hausfrau. Eine Revolution im Pilzdorf. Unzufrieden schüttelt der greise Papa Schlumpf (Heiner Lauterbach) den Kopf, als das Weibchen eigene Wege geht und so unvernünftig ist, sich und andere in Gefahr zu bringen.

Auch wenn Schlumpfine am Ende eine große Tat vollbringt: Als gefeierte Heldin darf sie nicht heimkehren. Ohne die Liebe ihrer starken und schlauen Schlumpfkumpels ist so eine Frau eben doch nicht mehr als ein formloser Klumpen Lehm.

  • „Die Schlümpfe – das verlorene Dorf“ startet am Donnerstag im Cineplex.

von Cordula Dieckmann

Schlümpfe – das verlorene Dorf erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-
Premiere im Cineplex das Prädikat: oscarreif mit der Note 3,55 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Ich habe die Schlümpfe schon als kleines Kind gern geschaut. Eine Reise in die Kindheit. Echt toll.“
Kristine Rühl (36) aus Gladenbach

„Sehr lustiger Film. Schlaubi ist mein Lieblings-Schlumpf.“
Ryan-Steve Michel (5) aus Schröck

„Wie im Leben: Finde deinen inneren Schlumpf.“
Tanja Posch (45) aus Stadtallendorf

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Sarah Haschke aus Biedenkopf, Niklas Brieden aus Kirchhain, Sisgo van Elkan aus Marburg, Tim Laukel aus Marburg und Julian Posch aus Stadtallendorf. Die Karten werden zugeschickt.

OP-Kinderfilm-Hitparade:
1. Conni & Co (3,79)
2. Die Wilden Kerle 6
3. Ratchet & Clank (3,67)
9. Schlümpfe – Das verlorene Dorf (3,55)