Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Horrorclown in der Kleinstadt

OP-Filmtest Horrorclown in der Kleinstadt

Kinobetreiber in Deutschland werden aufatmen: Mit „Es“ könnte endlich wieder ein Film zum Publikumshit werden. 480 Zuschauer sahen den Horrorstreifen Mittwochabend in der OP-Vorpremiere.

Voriger Artikel
Entdecker, Schimpfer und Abgeber
Nächster Artikel
„Kikeriki“ zeigt deftiges Puppentheater

Eine Gruppe von Teenagern will einen mordenden Clown aufhalten. Sie werden mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert.

Quelle: Brooke Palmer/Warner Bros.

Marburg. Das weit aufgerissene Gebiss aus „Der Weiße Hai“, die Lichtschwerter aus „Star Wars“: Filmemachern gelingt ein riesiger Coup, wenn sofort alle Betrachter beim Anblick eines einzelnen Motivs wissen, welcher Film gemeint ist. Aktuell erleben die USA (und jetzt vielleicht auch Deutschland) genau einen solchen Hype – wer einen roten Ballon sieht, der denkt recht zuverlässig an einen gruseligen Clown. Pennywise heißt er und ist die Hauptfigur in Stephen Kings „Es“. Dieser Stoff hat Horror neu definiert: „Es“ sorgt seit 30 Jahren dafür, dass ganze Generationen Alpträume von grinsenden Clowns haben.

Nach einer TV-Verfilmung vor gut 25 Jahren kommt der Bestseller nun in zwei Teilen in die Kinos und in den Vereinigten Staaten ist der Erfolg des Films immens: „It“, so der Originaltitel, gelang dort der beste Start für einen Horrorfilm aller Zeiten. Schon vor Monaten war der erste Trailer im Internet am ersten Tag rund 197 Millionen Mal aufgerufen worden, laut „New York Times“ war das der erfolgreichste Vorschau-Filmclip Hollywoods aller Zeiten.

Viele Vorschusslorbeeren also für die Verfilmung eines 31 Jahre alten, im Original rund 1100 Seiten langen Buchs. Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe von Teenagern in der Kleinstadt Derry im Bundesstaat Maine der späten 80er Jahre. Zu Beginn ermordet der gruselige Clown den sechsjährigen Georgie Denbrough, einige Monate später versucht eine Gruppe von Teenagern, angeführt von Georgies Bruder Bill, den Tod und weitere mysteriöse Geschehnisse in Derry aufzuklären. Dabei werden sie mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert, um die Taten des seit Jahrhunderten mordenden Clowns zu verstehen.

Ignorante, behäbige Erwachsene in einer klaustrophobischen Kleinstadt, arrogante Schulhofrüpel und ein halbes Dutzend Teenagerrollen mit den üblichen Charakterzügen vom „dicken Nerd“ bis zum „heißen Mädchen“: Die Liste üblicher Horror-Klischees ist auch in „Es“ lang. Trotzdem funktioniert der Film wegen seiner Mischung von Zeitgeist und traditionellen Motiven.

Schocker behandelt 
viele universelle Themen

„Es“ knüpft einerseits in Ästhetik und Thematik an Stoffe wie die immens erfolgreiche Netflix-Serie „Stranger Things“ an. Andererseits behandelt der Schocker genug universelle Themen, mit denen viele Zuschauer etwas anfangen können: Einsamkeit, der Kampf gegen Schrecken, die Erwachsene nicht wahrnehmen wollen und die zerstörerische Macht, die Angst über uns bekommt, wenn wir uns ihr nicht stellen. In den USA haben diese Mischung und eine herausragende Mundpropaganda dazu geführt, dass rund die Hälfte aller Zuschauer weiblich ist – ungewöhnlich für einen Horrorfilm.

Mit 135 Minuten gerät „Es“ gerade im Computer-Effekte-überladenen letzten Drittel ein wenig zu lang und nicht alle Gags der sehr solide agierenden Teenagerriege zünden. Nichtsdestotrotz schafft Andrés Muschietti mit diesem ersten Kapitel seiner zweiteiligen Buchverfilmung eine der besten King-Adaptionen der vergangenen Jahrzehnte – vor allem deshalb, weil er neben ausgiebigen Schock‑
effekten auch in den Teilen überzeugt, die vom schwierigen Heranwachsen von Teenagern in der Provinz handeln.

  • Der Film läuft im Cineplex.

von Christian Fahrenbach

Es erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-
Premiere im Cineplex das Prädikat:  sehenswert mit der Note 3,24 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Es war der absolute Schocker. Ich freue mich bereits auf den 2. Teil.“
Holger Thierfelder (34) aus Lahntal

„Faszinierend schön. Guter Spagat zwischen Horror und der Geschichte um die Freundschaft der Protagonisten. Der wirkliche Horror ist das Leben an sich.“
Karin Wiegand (27) aus Marburg

„Top Film. Noch viel spannender, als ich es mir erhofft hatte.“

Sabine Otto (34) aus Cölbe

„Endlich ein Pennywise, der eine wirkliche Bedrohung darstellt.“
Christof Baumbach aus Marburg

„The walking dead, True Blood und die 5 Freunde in einem. Klasse Grusel, top Effekte. Absolut Stephen King like. Ich will mehr.“
Silke Ehrling (46) aus Lollar

„Bisher der beste Horrorfilm, den ich gesehen habe.“
Helena Torosjan (24) aus Marburg

„Werde heute Nacht das Licht anlassen.“
Roswitha Koch aus Ebsdorfergrund

„Superspannend.“
Franziska Walz (31) Neustadt

„Film-Horror mit Sahnehäubchen.“
Jan-Martin Schneider

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Annuska Berz aus Marburg, Marlene Mezger aus Marburg, Cathrin Archinal aus Fronhausen, Ivo Wetítzel aus Roßdorf und Regina Unger aus Gladenbach. Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Planet der Affen (3,35)
2. Killer‘s Bodyguard (3,28)
4. Es (3,24)

Voriger Artikel
Nächster Artikel