Volltextsuche über das Angebot:

31 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Langer Weg vom fertigen Roman in den Handel

OP-Buchtipp: „Die Chroniken von Maldea“ Langer Weg vom fertigen Roman in den Handel

Die Marburger Studentin Jasmin Rollmann hat vor sieben Jahren ihren ersten Roman fertiggestellt – dann fing die Arbeit erst richtig an. Heute steht „Die Chroniken von Maldea“ in den Buchläden, verlegt von Piper.

Voriger Artikel
Ausschuss macht Rückzieher
Nächster Artikel
Tolle Tänzer, traumhafte Kostüme

Jasmin Rollmann ist stolz auf ihren ersten Roman „Die Chroniken von Maldea“. Sie musste zwar Kompromisse bei der Farbe eingehen – durfte aber bei der Covergestaltung mitreden.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Drachen, Elben und epische Kämpfe – Jasmin Rollmann entführt ihre Leser in die Welt der Fantasie, in die Welt von Maldea. „Die Chroniken von Maldea“ ist ihr erster Roman, aber sie möchte gerne noch weitere schreiben. „Es ist schon ein tolles Gefühl, so viel positive Rückmeldung zu bekommen“, verrät sie. Stolz sei sie auch, ihr Buch im Laden stehen zu sehen. „Ich hab es erst realisiert, als ich das gedruckte Buch in der Hand hatte“, sagt sie.

„Ob es einen zweiten Teil gibt, hängt von den Verkaufszahlen ab“, erklärt Jasmin Rollmann. Ihren ersten Fantasy-Roman hat sie über den Piper-Verlag veröffentlicht. Für einen weiteren wartet sie eigentlich nur auf den Auftrag von Piper: „Ich habe noch einige Ideen und auch schon die ersten Seiten in der Schublade liegen“, verrät sie.

Den Roman hat Rollmann während des Abiturs angefangen und vor sieben Jahren fertig­gestellt. „Das war ein schöner Ausgleich zum Lernen. Ich konnte in meine eigene Welt 
abtauchen und abschalten“, erzählt die heute 27-Jährige. Dabei habe das Schreiben eines Romans auch so seine Tücken: „Einmal ist mir das Pferd des Hauptcharakters abhanden gekommen. Da musst ich erst mal zurückblättern und schauen, wo ich es abgestellt habe.“

„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“

Mit Disziplin und viel Fantasie habe sie die Geschichte schließlich nach drei Jahren fertig­bekommen. An eine Veröffentlichung sei sie dabei aber nie gedacht gewesen. Freunde hätten es angeregt. „Ich habe den Roman dann an eine Handvoll Verlage geschickt, aber nie eine Rückmeldung bekommen“, erzählt Rollmann. Erst im Oktober 2014 habe sie dann den Abteilungsleiter im Bereich Fantasy bei Piper direkt kontaktiert.

„Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, glaubt sie. Denn deutsche Fantasy-
 Autoren seien immer noch selten, würden von Verlagen gesucht. Hinzu komme der Drache in ihrer Geschichte: „Und die werden ja spätestens seit ,Game 
 of Thrones‘ gerne gelesen.“

Kurz nachdem die Marburger Studentin ihr Exposé eingereicht hatte, ging es ganz schnell: „Im März 2015 haben sie mein Manuskript angefordert und im Juli habe ich den Vertrag unterschrieben.“ Fertig war Rollmann dann aber noch lange nicht. Nun startete erst die Arbeit mit der Lektorin. „Dabei habe ich wirklich viel gelernt.“ Vorgeschrieben habe die Lekto­rin ihr nichts, aber viele wertvolle Tipps gegeben. „Ich hatte zu viele Charaktere namentlich erwähnt. Das verwirrt beim Lesen“, erzählt sie. Daher habe sie die ein oder andere Figur nachträglich gestrichen. „Dann muss man natürlich schauen, ob die Figur auch überall in der Geschichte weg ist und noch alles zusammenpasst.“

Gebürtig stammt die junge Autorin aus der Region Darmstadt, in Marburg macht sie derzeit ihren Master in Religionswissenschaften. „Dabei geht es um den Glauben und die Lebenswelt des Einzelnen“, erklärt sie.

Spannender Debüt-Roman
 mit glaubhaften Figuren

So lerne sie neue Lebenswelten kennen, andere Blickweisen – was wiederum gut für das Schreiben sei. Denn weitere Romane will Rollmann auf jeden Fall schreiben. Dabei sei es ihr wichtig, dass sie ihre Charaktere nicht „klischeemäßig in Gut und Böse“ unterteilt. „Auch Böse haben eine Motivation. Und letztlich ist Gut und Böse immer die Frage, auf welcher Seite man steht.“

In Rollmanns Welt geht es 
um den grausamen König des Südens, der die Nordlande erobern will. Doch eine Prophezeiung gibt den Menschen Hoffnung: Der letzte Drache wird sie retten. Die Seele des letzten Drachen verbirgt sich in dem jungen Elias. Und der soll nun die Welt retten. Es gibt epische Schlachten, Menschen, die an sich selbst zweifeln und Fehler machen, über sich selbst hinauswachsen – und den Leser mitfiebern lassen.

So viel Tod wie bei „Game of Thrones“ gibt es bei Rollmann zwar nicht. Aber von manchen liebgewonnenen Charakteren muss man sich auch bei ihr verabschieden: „Leicht fällt mir das nicht. Aber die Menschen riskieren etwas. Da wäre es ja unrealistisch, wenn den strahlenden Helden nie etwas passiert“, sagt die Autorin. Gelungen ist ihr ein spannender Debüt-Roman in einer fantastischen Welt mit glaubhaften Figuren und – trotz aller Fantasie – einer fesselnden, realistischen Geschichte. So viel sei verraten: Das Ende lässt den Leser nicht ratlos zurück – lässt aber dennoch Raum für mehr.

  • Jasmin Rollmann: „Die Chroniken von Maldea“, Piper-Verlag, Taschenbuch, 512 Seiten, 12,99 Euro.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel