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Suche nach einem Serienmörder

OP-Buchtipp Suche nach einem Serienmörder

Nach „Sieben minus eins“ nun „Sechs mal zwei“: Auch in seinem neuen ­Roman entwickelt der schwedische Erfolgsautor Arne Dahl eine düstere Krimihandlung, deren Grauen sich hinter einer scheinbar simplen Rechenformel versteckt.

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„Sechs mal zwei“: Arne Dahl versteckt das Grauen erneut hinter einer Rechenformel.

Quelle: Henning Kaiser/dpa, Piper Verlag

Ganz im Norden von Schweden spielt der neue Krimi von Arne Dahl. In Lappland, so weit entfernt von der nächsten Stadt wie möglich, haben sich Molly Blom und Sam Berger versteckt, nachdem sie die Kriminalpolizei verlassen mussten. Aber in „Sechs mal zwei“, dem Nachfolgeroman von „Sieben minus eins“, geht die Ermittler­karriere der beiden weiter. Als freie Mitarbeiter ihrer früheren Chefin haben sie mehr Freiheiten, aber auch weniger Möglichkeiten.

Am ziemlich verwirrenden Anfang des Romans steht ein irritierender Brief. Eine Frau hat ihn an die Polizistin geschrieben. Sie hat Angst, dass sich in ihrem Haus etwas Bedrohliches versteckt. Die Frau klingt trotz aller Verunsicherung ernsthaft. Sie könnte tatsächlich in Gefahr sein. In der Nähe verstecken sich die beiden früheren Ermittler, mit denen sie weiter in Kontakt steht, vor der Geheim­polizei.

Blom und Berger sind ­einige Wochen nach den Ereignissen, die Dahl in „Sieben minus eins“ geschildert hatte, immer noch angeschlagen. Besonders Sam Berger ist sich selbst nicht sicher, wie gesund er ist, aber die beiden fahren zu der Frau, um nachzusehen, was von der Geschichte tatsächlich zu halten ist. Als sie im Haus der Frau angekommen sind, nimmt der Fall überraschend Fahrt auf. Auf einmal scheinen sie einem Serienmörder auf die Spur zu kommen, dessen Taten bislang nie in Zusammenhang gebracht worden waren. Ein bizarres Detail scheint die Taten zu verbinden: Eine Kugelschreiber-Skizze auf einem Körperteil, der bei mehreren Opfern abgetrennt wurde.

Rätsel um Identitäten der Akteure

Je mehr die beiden Ex-Polizisten recherchieren, umso unglaublicher wird der Fall. Es gibt weitere Verbindungen zwischen den Fällen, die ein noch viel düstereres Licht auf den Täter werfen. Für solche Taten kann nur ein Psychopath verantwortlich sein.

Dahl lässt seine Ermittler zahlreiche Spuren verfolgen, die dann aber häufig in die Irre führen. Das ist natürlich etwas, das in vielen Krimis zu ­finden ist, aber in „Sechs mal zwei“ hat diese erzählerische Strategie noch eine weitere Funktion. Immer wieder dreht sich der Roman um die Frage um Identitäten. Die Ermittler fragen sich wiederholt, ob die Menschen, mit denen sie zu tun haben, tatsächlich die sind, als die sie auftreten. Sam Berger fragt sich an einem Punkt sogar, ob es einen zweiten Sam Berger gibt.

Die Romanserie um Molly Blom und Sam Berger spielt auf einer weitaus kleineren Bühne als die Reihen um die schwedische Sondereinheit A-Team oder die europäische Opcop-Gruppe. Dafür setzt Dahl eher auf Psychodrama denn auf ­Action, um die Krimihandlung voranzutreiben.

  • Arne Dahl: „Sechs mal zwei“, Piper Verlag, 398 Seiten, 16,99 Euro.

von Axel Knönagel

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