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Marburg Nach langem Hin und Her: Lokschuppen ist verkauft
Marburg Nach langem Hin und Her: Lokschuppen ist verkauft
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14:29 23.03.2018
Lokschuppen Marburg. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Drehscheibe Lokschuppen GbR übernimmt die beiden Gebäude. Der neue Eigentümer war aus dem langwierigen Bieterverfahren mit seinem Nutzungskonzept erfolgreich hervorgegangen (die OP berichtete).

Mit dem Kaufvertrag verpflichtet sich die GbR – bestehend aus der Schneider Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG und C + P Dynamic Living Sources GmbH & Co. KG – dazu, das Nutzungskonzept gemäß dem Verfahren der Konzeptausschreibung umzusetzen.

Das Konzept der GbR umfasst im Wesentlichen drei Teile:

  • Im Lokschuppen entsteht zum einen ein Veranstaltungsbereich für kulturelle Events, Konferenzen, Start-Up-Foren oder private Feiern.
  • Der zweite Teil des Lokschuppens wird das Kreativ- und Gründerzentrum beherbergen. Es entstehen Büro- und Arbeitsräume in Form von gläsernen Kuben mit offenen und geschlossenen Arbeitsbereichen.
  • Dritter Teil ist der Umbau des Werkstattgebäudes zu einem Hotel, das mit dem Lokschuppen ein bauliches Ensemble bildet.

Um den Charakter des Ensembles wahrnehmbar zu machen, soll der Platz zur Drehscheibe hin eine Freifläche bleiben. Außerdem soll ein Parkdeck über der bestehenden Parkfläche errichtet werden.Der Zugang und die Erreichbarkeit der benachbarten Waggonhalle werden nicht beeinträchtigt, teilt die Stadt mit. Gemeinsames Ziel sei es gewesen, ein Modell zu finden, das eine einheitliche und soziale, aber gleichzeitig auch betriebswirtschaftlich darstellbare Kostenstruktur für alle Nutzer des Waggonhallenareals umfasst.

Eine kurze Chronologie:

Im März 2016 finden sich rund 50 Menschen zusammen, die einen Verein zur Rettung des Lokschuppens gründen wollen.

Im Oktober 2016 entscheidet der Magistrat, dass der Lokschuppen gegen die zum Verkauf ausgeschrieben werden soll, obwohl ein Wissenschaftler ein Moratorium forderte.

Ende 2016 beginnt der Wettlauf zum Verkauf.

Eine Denkmalschutz-Debatte entbrennt in Juni 2017.

Nachdem die Nutzungspläne geändert wurden, drohen einige mögliche Mieter noch im selben Monat mit Rückzug.

Im August 2017 haben alle Interessenten neue Pläne vorgelegt.

Im September droht der Verkauf zu platzen nach einer Klage vor Gericht. Die Ausschreibung, das Auswahlver­fahren der Stadt ist nach OP-Informationen juristisch angreifbar – wegen Verfahrensfehlern.