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Marburg Baby stirbt nach schweren Misshandlungen
Marburg Baby stirbt nach schweren Misshandlungen
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11:28 28.02.2019
Symbolfoto: Das kleine Mädchen, das nach schweren Misshandlungen im Krankenhaus lag, ist gestorben.  Quelle: Paul Zinken
Marburg

Es ist ein Fall, der deutschlandweit für Entsetzen sorgt: Ein 17-Jähriger soll der erst sieben Wochen alten Tochter seiner 18-jährigen Freundin so schlimme Verletzungen zugefügt haben, dass das Baby nun daran gestorben ist.

Gestern hatte die OP über den bislang nicht bekanntgewordenen Fall berichtet, der sich am 
 20. Februar in der von einem freien Träger gestellten Wohnung der 18-Jährigen in der Marburger Innenstadt ereignet hatte.

Was genau passiert ist, dazu kann die Staatsanwaltschaft noch keine Erkenntnisse mitteilen. Nach OP-Informationen hatte die 18-Jährige, die seit einiger Zeit auf eigenen Wunsch durch das Jugendamt und einen freien Träger unterstützt wurde, am Mittag ihre Betreuer alarmiert.

Ihrem Baby gehe es nicht gut. Es sei „apathisch“. Zusammen mit den Betreuern hatte die junge Frau dann den Notarzt gerufen. Dieser hatte das Baby mit schweren äußeren und inneren Verletzungen ins Uni-Klinikum eingeliefert. Dort ist das sieben Wochen alte Mädchen trotz intensivmedizinischer Betreuung am späten Dienstagnachmittag an seinen schweren Kopfverletzungen gestorben.

Gegen den minderjährigen Freund der Mutter wird nun wegen Totschlags ermittelt. Der 17-Jährige, der aus dem Landkreis stammt und nicht der Vater des Kindes ist, sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Er soll „auf verschiedene Weise gewalttätig auf den Säugling eingewirkt haben“, wie es die Staatsanwaltschaft formuliert.

Jugendamt und freier Träger zeigten sich nach der Tat schockiert. Es habe im Vorfeld keinerlei Hinweise gegeben, dass das Baby im Umfeld der 18-Jährigen gefährdet gewesen sei. Vielmehr sei die junge Frau gut mit ihrer Tochter zurechtgekommen und habe sich verantwortungsvoll gekümmert.

Es habe auch keine Anzeichen dafür gegeben, dass der Freund der 18-Jährigen dem Kind gegenüber aggressiv gewesen sei, betont der Vorstand des freien Trägers im Gespräch mit der OP.

Die Staatsanwaltschaft hat derzeit keinerlei Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten seitens der sozialen Einrichtung oder des Jugendamtes. „Es gibt bislang keine Hinweise auf Versäumnisse vonseiten der Behörden“, sagt Staatsanwalt Nicolai Wolf auf Nachfrage.

Die Ermittlungen zum genauen Tathergang dauern derzeit an. Die Staatsanwaltschaft hat nun umfangreiche rechtsmedizinische Untersuchungen angeordnet.

von Nadine Weigel