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Musik wie Schweizer Schokolade: Süß, zart und zum Dahinschmelzen

Schlosskonzert Musik wie Schweizer Schokolade: Süß, zart und zum Dahinschmelzen

Darauf hatten sich 200 Musikfreunde gefreut: Dimitri Ashkenazy, ein Klarinettist von internationaler Reputation, gastierte am Samstag mit seiner Klavierpartnerin Guzal Enikeeva beim vierten Schlosskonzert im Fürstensaal.

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Ein echter Hörgenuss: Klarinettist Dimitri Ashkenazy und Pianistin Guzal Enikeeva spielten am Samstag im Fürstensaal.

Quelle: Helmut Rottmann

Marburg. Wer wie Dimitri Ashkenazy in der Hollywood Bowl in Los Angeles, im Sydney Opera House, in der Suntory Hall von Tokio, der Royal Festival Hall in London, bei den Salzburger Festspielen oder in der Salle Peyel von Paris auftrat, der ist natürlich bei den Marburger Musikfreunden und ihrem vierten Schlosskonzert des 36. Jahreszyklus herzlich willkommen.

Dimitri Ashkenazy aus der Schweiz hatte mit der im Rheinland lebenden Pianistin Guzal Enikeeva ein Programm mit „eingängigen“ Werken des 20. Jahrhunderts, der sogenannten Moderne, einstudiert. Amüsant waren seine Erläuterungen über Komponisten und ihre Musik sowie Konzertprogramme und die Klarinette. Lutoslawskis fünfsätzige „Dance Preludes“ aus dem Jahr 1954 lebten im Spiel von Ashkenazy und Enikeeva von ihren Melodien, Tempi, seriellen und aleatorischen Sequenzen. Ashkenazy verlieh den langsamen tänzerischen Elementen elegische Eleganz. Die schnellen Sätze gipfelten in burlesker Clownerie, die das Publikum schmunzeln ließen.

Immer gefiel Ashkenazys Klarinettenton. Weich und warm in den Tiefen, schwang er sich über Modulation, Läufe und Wiederholungen zu Höhen mit akzentuierter Tongebung auf.Schon beim ersten Werk war zu erkennen: Guzal Enikeeva war Dimitri Ashkenazys kongeniale Begleiterin. Einfühlsam, mit klarer Struktur, mit spannungsvollem Ton und spielerischer Leichtigkeit unterstrich sie sein Spiel. Tscherepnins „Sonate in einem Satz“ von 1962 ist auf fünf Minuten komprimiert. Gekonnt, leidenschaftlich und lustvoll fächerte das Duo Ashkenazy / Enikeeva die einzelnen Sätze, deren Themen und Verarbeitungen mit heiteren Akzenten in flottem Spiel auf.

von Helmut Rottmann

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