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Marburg Musik „ohne Netz und ohne doppelten Boden“
Marburg Musik „ohne Netz und ohne doppelten Boden“
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17:31 11.05.2012
Aus Kuba kommen die Sänger von „Vocal Tempo“ .
Marburg

2001 hat Gerd Wagner das KFZ verlassen, um „Burgherr“ zu werden. Seither thront er als Geschäftsführer der Deutschen Burgenvereinigung hoch über dem Rhein auf der berühmten Marksburg. Doch eines lässt sich der „Burgherr“ nicht nehmen - seit 20 Jahren organisiert er maßgeblich die „Nacht der Stimmen“ mit, die in Marburg „geboren“ wurde und inzwischen viele Nachahmer gefunden hat.

Wie Gerd Wagner ist auch die Marburger Abiturientin Lea Pfeifer ein Fan der ersten Stunde: Die Eltern haben sie als Baby mitgenommen in den Schlosspark, inzwischen ist sie ein Fan der Musik „ohne Netz, doppelten Boden, ohne alles“ und inzwischen eine von vielen Ehrenamtlichen beim KFZ, iohne die ein solches Festival undenkbar wäre.

Zum Jubiläum hat das KFZ wieder vier Gruppen eingeladen. Tradition hat die Marburger Eröffnung: „Quintethno“ heißt das Weltmusik-Projekt von Jean Kleeb, das um 18 Uhr mit „Vozes do mundo“.

Die Programmplaner bemühen sich von Anfang an um Vielfalt, wollen das ganze Spektrum der A-cappella-Musik abdecken. In diese Sparte würde man nicht unbedingt die „Yeomen“ aus Berlin packen: „Hauptsache anders“ heißt das Motto der „punks of a cappella“.

Mehr Kontrast als „Pust“ geht dann wohl kaum. Aus Norwegen kommen die ausgebildeten drei Sängerinnen und drei Sänger, die „Stimmenspiele aus einer anderen Welt“ präsentieren - ein wenig Folk, ein wenig Jazz und auch ganz anders. Die Marburger lieben die Musik Lateinamerikas und besonders den Salsa und Son aus Kuba, das wissen die KFZler nicht erst seit 1998 als „Vocal Sampling“ die Freilichtbühne nur mit ihren Stimmen in eine Salsa-Disco verwandelten. Das soll auch den Exilkubanern von „Vocal Tempo“ gelingen, die wie „Pust“ eigens „eingeflogen“ werden.

20 Jahre Nacht der Stimmen, das sind 79 A-cappella-Gruppen aus der ganzen Welt und 20 ausverkaufte Shows. Die Nacht der Stimmen ist auch immer die Angst vor Regen und Sturm. Vermutlich sechsmal - genauer weiß es KFZ-Geschäftsführerin Sabine Welter nicht - mussten die Organisatoren bislang umziehen, entweder in die Stadthalle oder in die Turnhalle der Kaufmännischen Schulen. Doch an die Festival-Atmosphäre der Freilichtbühne kommen diese Spielorte nicht heran - nicht einmal annähernd. Also heißt es: Daumen drücken

Karten im Vorverkauf gibt es unter anderem im KFZ, Kinder bis 6 Jahren sind frei, Kinder bis 17 zahlen die Hälfte. Mehr Infos unter www.kfz-marburg.de

von Uwe Badouin