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Marburg „Musik ist eine Sprache, die direkt in die Seele geht“
Marburg „Musik ist eine Sprache, die direkt in die Seele geht“
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20:30 19.11.2009
Unter der Leitung von Georgi Kalaidjiev spielte das Collegium musicum im Klinikum. Quelle: Lauer

Marburg. Zur Eröffnung spielte das Streichorchester Bachs Violinenkonzert in d-Moll. Die beiden jungen Solo-Violinisten Keiko Menkhaus und Robert Naudascher zeigten in dem spieltechnisch anspruchsvollen Stück ihr Können und traten schwungvoll in den Vordergrund des Orchesters.

Die Musiker wurden von Oberarzt Professor Dr. Christian Görg und Organisatorin Christa Müller von der ökumenischen Krankenhaushilfe begrüßt. Görg betonte, dass die Musik eine besondere Behandlungsmethode auf der sogenannten Tumorstation sei: „Musik ist eine Sprache, die direkt in die Seele geht. Der Körper kann nur heilen, wenn auch die Seele ihre Aufmerksamkeit bekommt.“

Mit diesen Worten bedankte er sich herzlich bei den Musikern des Collegium musicum für ihr Gastspiel im Klinikum. Ihr Konzert könnte im Übrigen nicht nur von den etwa 25 im Raum Anwesenden, sondern auch von den anderen Patienten der umliegenden Stationen gehört werden, da der kleine, improvisierte „Konzertsaal“ nach allen Seiten offen sei, bemerkte Christa Müller.

Bei den vier vorgetragenen Sätzen aus Händels Orgelkonzert Nr. 13 mit dem Beinamen „Der Kuckuck und die Nachtigall“ ertönte der berühmte Kuckucksruf-Intervall auf der Klinikstation. Bei fröhlichen Patientengesichtern trug das Orchester im Wechselspiel mit dem Solisten Volkmar Krafft an der Orgel den heiteren Vogelwettstreit vor.

Hervorragend harmonisch aufeinander abgestimmt erklang die Oboe von Peter Sanders und die Geige Kalaidjievs im Zusammenspiel mit den übrigen Streichern bei Bachs Konzert für Oboe und Violine in d-Moll. Nach diesem brillanten Vortrag machten die Zuhörer durch langen Applaus deutlich, dass sie das Collegium musicum nicht ohne Zugabe entlassen wollten.

Diesen Gefallen taten die Musiker gern und verabschiedeten sich mit Franz Schuberts Abendfrieden und der Pastorale von Arcangelo Corelli bei ihren Gästen im Klinikum.

von Anja Lauer