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Marburg Musik grenzenlos und verbindend
Marburg Musik grenzenlos und verbindend
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17:36 01.12.2013
Kirchenmusiker trifft Hip-Hopper: Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum begleitet am Klavier Sängerinnen und Sänger von Woodvalley Movement und Movement Voices aus dem Waldtal. Die Pfarrkirche war bei Marburg b(u)y Night prächtig illuminiert. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Im Rahmen der Veranstaltung „Marburg b(u)y Night“ trat die aus dem Waldtal stammende Musikformation „Woodvalley Movement“ zusammen mit Uwe Maibaum, Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, auf. auf. Die Formation existiert seit 2009 und wird vom Pädagogen Aljoscha Tischkau vom ökumenischen Sozialzentrum St. Martin unterstützt.

Vier Mädchen von „Woodvalley Movement“ eröffneten den Abend. Sie machen seit zwei Jahren Musik miteinander und werden von der 19-jährigen Chantel Yancey betreut, die selbst Teil der Gruppe ist. Das Quintett bot Pop- und Soulstücke, unter anderem von Adele und Hayley Williams, die vor allem gute und schlechte Lebensentscheidungen thematisierten.

Der 19-jährige Rapper „Maxolan“, der das Publikum mit den Worten „Macht mal ein wenig Lärm! Macht mal ein bisschen Action!“ begrüßte, schien das Rampenlicht durchaus zu genießen. Seine Texte über verschwendetes Talent, die Einöde des Alltags und das Leben in engen sozialen Grenzen wiesen zweifelsohne viele Passagen auf, die lyrischen Tiefgang hatten.Die musikalische Begleitung von Uwe Maibaum am Klavier sorgte für die klassische Note der Darbietung. Dabei verschwamm das Piano mit den Stimmen der Jugendlichen zu einer wohligen, akustischen Einheit. Für die Songs der Jugendlichen arbeitete Maibaum eigens Klaviersätze aus. „Ich habe in meiner Zeit mit den Jugendlichen viel gelernt. Diese zwei Welten, die eigentlich nichts miteinander gemein haben. Aber wir haben herausgefunden, dass die Musik uns verbindet. Außerdem haben wir gemeinsam viel über die abstrakten Bilder hier in der Pfarrkirche geredet. Das gemeinsame Interesse beschränkt sich also nicht nur auf die Musik.“, stellte Maibaum fest. Entstanden ist diese ungewöhnliche Kooperation im Zuge des Marburger Kulturforums, bei dem sich Kultureinrichtungen Marburgs treffen. „Ich hab die Waldtaler dort kennengelernt und fand das total interessant. Ich war dann im St. Martin-Zentrum, habe mir angeschaut, was da musikalisch geleistet wird“, erzählt Maibaum. Eine Idee keimte in dem Kirchenmusiker auf und er lud die Jugendlichen und ihren Betreuer kurzerhand in die Lutherische Pfarrkirche ein, um gemeinsame Musik zu planen.

„Wenn wir uns auf der Straße gesehen hätten, dann hätten wir uns wahrscheinlich niemals beachtet und uns beim gegenseitigen Angucken eher doof gefunden!“, sagt Maxolan entwaffnend offen. Was nach lediglich sechs Proben als musikalisches Resultat herauskam, konnte sich durchaus sehen lassen.

Eine ungewöhnliche Partnerschaft, aber gleichzeitig eine musikalische Symbiose, die zeigt, was alles möglich wird, wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft ihre Voreingenommenheit über Bord werfen und sich einfach menschlich begegnen.

von Benjamin Kaiser

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