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Musik, die an eine warme Sommerbrise erinnert

Elin Furubotn im KFZ Musik, die an eine warme Sommerbrise erinnert

Nach dem Konzert der Norwegerin Elin Furubotn am Freitag im KFZ sind sich alle einig: Die Zuhörer haben eine grandiose Sängerin mit einer tollen Ausstrahlung, einen fantastischen Gitarristen und einen außergewöhnlichen Saxofonisten erlebt.

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Die Norwegerin Elin Furubotn.
Foto: Freya Altmüller

Marburg. Leise, beinahe schüchtern kommen die drei Musiker aus Norwegen auf die Bühne. Der Saxofonist Karl Seglem erzeugt Klänge, die an Meeresrauschen denken lassen. Die Sängerin und Gitarristin Elin Furubotn setzt ein, sie zupft ihr Instrument, ihre Stimme klingt weich und zart. Morten Mølster begleitet sie auf einer E-Gitarre ohne Kopfplatte.

Es ist Furubotns erstes internationales Album, das sie vorstellt. Vier Alben hat sie zuvor schon in ihrer Heimat Norwegen veröffentlicht. „Ein ganz neuer Weg“ heißt es. „In dem Album geht es um das Auf und Ab im Leben, man steht das durch und ist am Ende ein neuer Mensch“, erklärt die Sängerin.

Die drei Norweger wirken befreit. Furubotn, wenn sie ihre Stimme wandern lässt, Seglem und Mølster, wenn sie improvisieren. Sie lassen ihre Instrumente aufheulen, da knattert die E-Gitarre wie ein Motor, spielt falsch klingende Noten oder verpasst scheinbar ihren Einsatz und das Saxofon neckt die Sängerin mit einem „Lachen“. Den begrenzten Raum des KFZ verlässt man spätestens dann, wenn Karl Seglem in sein Horn bläst. Er schickt Geräusche hindurch, die sich mal anhören wie ein Glucksen, mal wie umherfliegende Vögel in einer großen Höhle am Meer.

Elin Furubotn singt in ihrer Muttersprache. Manchmal meint man, vertraute Klänge zu hören, aber außer dem Titel eines Songs, „Ein Smak av Himmel“, versteht man ohne Sprachkenntnisse nichts. „Ein Geschmack des Himmels“ hat sie in der Toskana geschrieben, wie sie in gebrochenem Deutsch erklärt, das sie mit 14 in der Schule gelernt hat. In einem Stück geht es um ihre Großmutter. Die ist 100 Jahre alt geworden und hat sich dennoch ihr inneres Kind bewahrt, meint Furubotn. Das hat sie zu ihrer Heldin gemacht. „Sie kaufte sich ein Album der Beatles, obwohl die christlichen Norweger zu der Zeit meinten, das sei die Musik des Teufels“, erzählt die Sängerin. „Sie aber sagte, ,Nein, das ist Gottes Musik´.“ Die Zuhörer, die an Tischen mit Teelichtern sitzen, sind zwar nicht besonders zahlreich, klatschen dafür aber umso lauter. Als das Trio nach der zweiten Zugabe aufhört, kehrt man zurück von einer entspannten Reise mit einer warmen Sommerbrise.

von Freya Altmüller

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