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Marburg Musik-Kneipentour trotz Nieselregen
Marburg Musik-Kneipentour trotz Nieselregen
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18:06 06.03.2016
Mr. Stiev Volxläute traten in der Cavete auf. Quelle: Michael Hoffsteter
Marburg

Mit Menschen überfüllt sind die Straßen der Marburger Innenstadt an diesem Freitagabend nicht. Nieselregen und Kälte treiben die Marburger nach Hause oder auch in die Kneipen der Universitätsstadt - Hauptsache warm und wohlig. Denjenigen, die sich für die Kneipen entschieden haben, in denen die Konzerte des „MaNo-Festival“ stattfinden, wurde eine breite Palette an Musik­genres geboten. In den 13 teilnehmenden Kneipen spielten am Freitag 48 Bands - die meisten aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf - jeweils eine Stunde lang.

Am Freitag hatten zahlreiche Besucher viel Spaß mit den Auftritten der verschiedenen Bands beim MaNo-Festival in Marburg.

20.19 Uhr: In der „Cavete“ im Steinweg ist für gewöhnlich Jazzmusik angesagt. Aber heute stehen Folk, Rock und Pop im Vordergrund. Den Auftakt macht das Quartett „Mr. Stiev Volxläute“, das nach eigenen Angaben „Surprise-Folk“ spielt. Dahinter verbirgt sich jedoch eher amerikanische Countrymusik mit einigen Elementen irischer Volksmusik. Vor allem der „Man in Black“ steht bei dem Quartett hoch im Kurs. „Erst mal ein wenig Johnny Cash, und dann schauen wir, wo uns der Abend hintreibt“, ruft Frontmann Mr. Stiev den 25 Besuchern zu.

20.50 Uhr: Der Eindruck täuscht: Der Eingang zur Kneipe „Szenario“, nur einen Katzensprung von der „Cavete“ entfernt, sieht alles andere als einladend aus. Doch innen ist die Einrichtung gediegen und alles blitzblank. Die meisten der rund 30 Besucher haben eine Vorliebe für Piercings und schwarze Kleidung. Männer mit langer Haarpracht geben sich dem „Headbanging“ hin. Den musikalischen Auftakt macht die Band „Fuelinject“, die sich dem Thrash Metal verschrieben hat. Angesagt sind laute Drums und noch lautere Gitarrensounds.

Von Metal bis Blues ist alles vertreten

Zu den Besuchern zählen auch die beiden ausgewiesenen Metal-Experten Rafael Päbst und Jan Brack. „Es war cool. Den Gesang würde ich als verständliches Geschrei beschreiben, und die Texte waren gesellschaftskritisch“, meint Päbst. „Man muss nicht jedes Wort verstehen. Es geht mehr um die aggressive Grundstimmung der Musik“, erklärt Peter Molthagen, Sänger von „Fuelinject“.

21.49 Uhr: Aus dem unterirdisch gelegenen Irish Pub „Molly Malone’s“ in der Wehrdaer Straße ertönt deftige Gitarrenmusik. In dem unterirdisch gelegenen Raum drängeln sich rund 70 Menschen um Bar und Bühne. „Geile Musik, irisches Bier. Was will man mehr?“, grölt ein Gast namens Stephen, der behauptet, nüchtern zu sein. Der Pub ist randvoll, die Luft schlecht, aber die Stimmung gut. Nur wenige haben sich einen Stuhl ergattern können. Die Besucher lauschen der Band „Benli“, deren Star Nail heißt. Er ist der 12-jährige Schlagzeuger der Band und stahl den erwachsenen Bandkollegen die Show.

Letztlich ist es Punk und Rock

Vor dem Pub bereiten sich währenddessen drei Männer aus Michelbach mental auf ihren Auftritt vor - sie scherzen nach Lust und Laune. Ralf Schwab, Ralf Sperling und Andrew Robinson. Sie sind drei der fünf Mitglieder der Band „On The Beach“. Der Flyer des Festivals weist das Quintett unter anderem als Blues-Band aus. „Das ist Quatsch. Aber irgendetwas muss man ja auf den Flyer schreiben. Wir haben uns einfach etwas ausgedacht“, sagt Schwab, Sänger der Band. Auch Robinson, Bassist und gebürtiger Engländer, ist ein Spaßvogel: „Ich lebe seit 30 Jahren in Deutschland. Aber ich habe meinen Humor trotzdem behalten.“ Letztlich ist die Musik der Band eine Mischung aus Punk und Rock.

von Benjamin Kaiser