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Musicalgenuss mit Sound und Sextett

500 Besucher in der Stadthalle Musicalgenuss mit Sound und Sextett

Aus mehr als 20 Musicals hörte fast jeder der 500 Zuhörer im kleinen Saal der Stadthalle seine Lieblingsmelodie. Nach gut zwei Stunden feierte die Mehrzahl der Besucher die je drei Sängerinnen und Sänger.

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Sechs Sängerinnen und Sänger, Stücke aus 20 Musicals,
 Lichtshow und Tanz:
All das bot die
Musical-Gala.
Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Dramaturgisch geschickt arrangiert war die Auswahl der Musicals sowie der Lieder in Blöcken oder als einzelne Songs. Da blieb kaum ein Wunsch offen - auch nicht bei der informativen Moderation durch die Akteure.

Respekt dem Profi-Sextett. Die sechs Vokalisten sangen mit Gefühl, mit Leidenschaft, mit Kraft, mit klarer Aussprache. Sie vermittelten ihre Freude an dieser Musik, an Bewegung und Tanz, an Momenten von atmosphärischer Dichte bis hin zu prickelnden, pulsierenden oder überschäumenden Szenerien. Sie schufen eine Reihe von musikalischen Glanzpunkten, die das Publikum jeweils mit Applaus quittierten.

Karin Hylander und Sabine Neibersch glänzten mit schlanken Stimmen, weich und warm klingend in tiefen Lagen, ohne Härten in den Höhen. Janina Goy mit tonalen Unsicherheiten, klang in den Höhen schmal und spitz.

Die Herren gaben sich keine Blöße. Daniel Dodd-Ellis überzeugte mit warmem Tenor, der sich auch in tiefen Lagen wohlfühlte. Petter Bjällo faszinierte mit hellem, einschmeichelndem Tenor. Dennis LeGree deckte souverän den Bass-Bariton-Bereich ab. Immer wieder faszinierend waren neben den Soli auch die wechselnden Kombinationen vom Duett bis zum Ensembleklang. Dafür gab es immer wieder Sonderapplaus.

Die meist laute Musik, gegen die das Vokalsextett ansingen musste, kam zwar vom Band und war überwiegend von polyphonen Synthesizern eingespielt. Dafür war sie exzellent: Sie reichte von zarten Tonkaskaden und ausgeklügelten Klangkombinationen bis hin zu einem tollen Big-Band-Sound mit Drive und mächtigem Bass, der den Fußboden vibrieren ließ. Wohltuend war die Lichtschau dann, wenn zarte Farben in fließenden Wechseln verschmolzen. Aber die grellen Lichtblitze störten - besonders die Besucher auf dem Rang, die mit den Eintrittskarten versuchten, ihre Augen zu schützten.

Das Sextett spielte meist linear auf zwei Ebenen, die über drei kleine Treppen verbunden waren. Die Tänze waren ansehnlich und variabel. Die legendäre Hebefigur von Patrick Swayze und Jennifer Grey beim Titelsong „The Time of my life“ des berühmten Tanzfilms „Dirty Dancing“ und des gleichnamigen Musicals war nur angedeutet. Somit fehlte das i-Tüpfelchen des Abends.

von Helmut Rottmann

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