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Hauptsache, die Frisur sitzt

Musical „Hairspray“ Hauptsache, die Frisur sitzt

Im vergangenen Sommer gelang der Waggonhalle mit „Jesus Christ Superstar“ ein Riesenerfolg, jetzt setzt sie mit „Hairspray“ noch einen drauf. Das schräge Musical 
feiert am Donnerstag, 
3. August, Premiere.

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Schon ganz stilecht, aber die Perücken fehlen noch: Die Darstellerinnen von „Hairspray“ sind mitten in den Endproben.

Quelle: Hasret Sahin / Waggonhalle

Marburg. Zum Teil ist es das gleiche Team auf der Bühne und in der künstlerischen Leitung, zum größten Teil sind die Mitwirkenden aber neu dabei. Die musikalische Leitung hat wieder Tom Feldrappe, der sich sicher ist: „Der Cast ist diesmal noch stärker!“ Die Regie hat Artur Molin übernommen, Schauspieler am Hessischen Landestheater Marburg und ebenso bekannt für seine musikalischen Ein-Mann-Stücke über Freddie Mercury und David Bowie wie für seine Teilnahme an der sechsten Staffel von „The Voice of Germany“.

„Hairspray“ ist ursprünglich ein ziemlich schräger Film von Regisseur John Waters aus dem Jahr 1988, feierte 2002 als Musical am Broadway Premiere, das wiederum 2007 verfilmt wurde. Im Mittelpunkt der Geschichte, die in den 60er-Jahren spielt, steht der pummelige Teenager Tracy, der es liebt zu tanzen. Sie möchte unbedingt an der im Fernsehen übertragenen „Corny Collins Show“ teilnehmen.

Auch wenn ihre Chancen scheinbar schlecht stehen, gelingt es ihr, sich diesen Traum zu erfüllen, sehr zum Ärger der ehrgeizigen Mutter Velma von Tussle, die ihre Tochter Amber als Liebling der Show sehen möchte. Zudem verliebt sich Edna in den Star der Show und setzt sich für die Gleichberechtigung ihrer farbigen Freunde ein, die nicht an der Show teilnehmen dürfen. Es ist also reichlich was los in den knapp zweieinhalb Stunden, die das Musical dauert, „alles ist dabei schnell und rasant, daraus entsteht auch die Komik“, verrät der Regisseur. Die stark an den Film angelehnte Inszenierung besteche mit großen, mitreißenden Showeinlagen ebenso wie mit kleineren Einzel­szenen.

„Sie ist die perfekte Tracy“

60 Personen sind am Musical beteiligt, davon 22 Sängerinnen und Sänger, zwei zusätzliche Tänzer und ein 15-köpfiges Orchester mit Bläsern und Streichern. Singen, Tanzen und Spielen müssen alle Mitwirkenden können, und auch die Musik ist laut Feldrappe sehr anspruchsvoll. „Es gibt Musik der 60er-Jahre, mit Bigband-Charakter“, sagt er, beispielsweise Twist oder Rock‘n‘Roll – ­
 viele Ohrwürmer“. „Und es gibt eigentlich nur Hauptrollen“, ergänzt Molin. Tracys Mutter ­
Edna wird übrigens von einem Mann verkörpert – wie im ­Originalfilm von Schauspieler und Drag-Queen Divine und im Film von 2007 von John Tra­volta.

Im Zentrum steht aber natürlich Tracy. Sie wird verkörpert von Susann Ketley, die derzeit eine Ausbildung zur Musical-Sängerin in Freiburg macht, aber aus Stadtallendorf kommt. „Sie ist die perfekte Tracy“ schwärmt der Regisseur, der dem gesamten Ensemble hohe Qualität und gewaltiges Engagement bescheinigt. Es seien zwar keine Profis, sondern Amateure und semi-professionelle Mitwirkende. Aber das, was auf der Bühne zu sehen sei, sei hochprofessionell. „Noch mehr als bei ,Jesus Christ Superstar‘“, ergänzt Tom Feldrappe. Auch die Choreografin Astrid Kolter ist begeistert vom hohen Niveau, auf dem die Tanz- und Gesangszenen sich bewegen.

Ausstattung im 
Original-Look der Sechziger

Für die Ausstattung ist Daniela Vogt verantwortlich, die den Look der 60er-Jahre mit vielen Originalkostümen und Requisiten wie Stühlen, Fernsehern oder Radios auf die Bühne bringt. Und natürlich mit den sensationellen Frisuren – die ­Perücke für „Tracy“ wurde extra in Kalifornien organisiert. Geprobt wird seit Monaten überall dort, wo es die Gelegenheit gibt, auch das Hessische Landes­theater Marburg und die Tanzschule „Step in“ haben ihre Räumlichkeiten dafür geöffnet.

Die Produktion ist teuer, denn die technische Ausstattung ist aufwendig. Das Team hofft darauf, dass „Hairspray“ ebenso erfolgreich wird wie die Vorjahresproduktion und hat 30 Vorstellungen angesetzt. Als „Appetithappen“ gibt es nach der Premiere am Donnerstag noch Aufführungen am 4. und 5. August ab 20 Uhr und am 6. August ab 18 Uhr. Die weiteren Aufführungen gibt es dann im September und im Oktober, die Termine findet man unter www.waggonhalle.de.

Karten sind ab sofort ebenfalls erhältlich unter www.­waggonhalle.de, außerdem im Rotkehlchen in der Waggonhalle, bei Marburg Stadt und Land Tourismus im Erwin-Piscator-Haus und unter der Ticket­hotline 0180/6050400.

von Heike Döhn

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