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Marburg Moschee-Bau in Cappel verzögert sich
Marburg Moschee-Bau in Cappel verzögert sich
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00:17 13.11.2018
Die neue Moschee soll hinter dem Betonwerk im Gewerbegebiet Cappel entstehen. Baustart ist wohl frühestens in einem Jahr.  Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Bereits im April 2017 feierte die Marburger Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde mit einem großen Fest die Grundsteinlegung der geplanten Moschee. Damals ging die Religionsgemeinschaft noch von einem Baustart in 2018 aus – dieser Plan ist nicht mehr einzuhalten.

Auch ein Bauantrag, der zwischenzeitlich im Herbst 2017 angedacht war, wurde nach wie vor nicht gestellt. Der Grund sind Verzögerungen bei der Planung, sagt Kamran Khan, Sprecher der Ahmadiyya-Gemeinde, auf Nachfrage.

„Es wird noch etwas dauern, aber wir gehen davon aus, dass wir in etwa einem Jahr mit dem Bau beginnen können“, schätzt der Sprecher. Zuvor musste noch geklärt werden, ob der Platz für die mittlerweile rund 230 Mitglieder ausreiche oder ob man auf einen Modulbau setze.

Die neue Moschee soll aus zwei Gebetsräumen, einer Wohnung für einen Imam (Vorbeter) sowie einer Bibliothek bestehen. Nach den Wünschen der Marburger Ahmadiyya-Gemeinde 
 auch mit Kuppel und Zierminarett.

Längere politische Debatte

Dieses soll jedoch nicht begehbar sein – dass ein Muezzin oder Lautsprecher zum Gebet rufen, wurde schon bei Planungsbeginn ausgeschlossen.
Die 1997 gegründete Religionsgemeinschaft grenzt sich nach eigener Auffassung vom islamischen Fundamentalismus ab und tritt für ein friedliches Miteinander aller Religionen ein.

Um die neue Moschee der Ahmadiyya hatte es 2016 eine längere politische Debatte gegeben, nachdem die Bauvoranfrage bekannt geworden war. Diese wurde von der Stadt als „unproblematisch“ eingestuft und positiv beschieden.

In der Kritik standen damals Bauelemente der Moschee sowie der Standort in direkter Nähe zum mittlerweile geschlossenen Flüchtlings­camp. Gerüchten, dass die Moschee-Pläne nach der Schließung aufgegeben wurden, widerspricht die Ahmadiyya: „Es wird eine Moschee geben, und wir freuen uns schon, wenn es losgehen kann“, sagt Khan.

von Ina Tannert