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Marburg Mörderische Lesung
Marburg Mörderische Lesung
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20:35 14.10.2010
Daniel Twardowski hat seinen dritten Roman um den Detektiv Gowers gerade fertig geschrieben. Quelle: Bettina Preußner

Marburg. Exotik, Spannung und Abenteuer, das sind die Zutaten zu Daniel Twardowskis historischem Kriminalroman „Das blaue Siegel“. Der Marburger Autor las am Mittwochabend in der Baari-Bar im G-Werk aus seinem neuen Buch, der Abend stand im Rahmen des diesjährigen Krimifestivals.

Die Geschichte spielt in Indien, Mitte des 19. Jahrhunderts. Der amerikanische Detektiv John Gowers soll eine mysteriöse Mordserie aufklären, die das Königshaus der Oudh heimgesucht hat. Die Spuren führen sowohl in das indische Rotlicht-Milieu als auch in die Reihen der britischen Kolonialregierung. Irgendwann taucht eine geheimnisvolle Tätowierung auf, ein blaues Siegel, das im Nacken eines Täters entdeckt wird. Es weist auf eine dunkle Sekte hin.

Twardowskis anspruchsvoller Krimi lebt von der genauen Beobachtungsgabe des Autors und von der äußerst anschaulichen und präzisen Sprache. Gebannt lauschten die Zuhörer am Mittwoch der spannenden und weit verzweigten Geschichte und ließen sich von der Fabulierlust und dem feinsinnigen Humor des Schriftstellers mitreißen. „Gut ein Drittel meiner Arbeit ist Recherche“, erklärte der Autor in der Pause. „Ich musste herausfinden, ob ein Eselskarren im 19. Jahrhunderts noch eine Holzachse hatte oder schon eine Achse aus Metall.“ „Das blaue Siegel“ ist das zweite Buch in einer Romanfolge, die sich auch um die Biografie des Detektivs Gowers rankt. Der letzte Teil der Krimi-Trilogie sei bereits fertig, verriet der Schriftsteller. „Vor drei Wochen habe ich den Letzten umgebracht“, ergänzte er.

von Bettina Preußner