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Mitreißende Musik im Freiflug

marburgjazzorchestra Mitreißende Musik im Freiflug

Neuen Jazz vom Feinsten präsentierte das marburgjazzorchestra in der Waggonhalle. Sehr zur Freude des Publikums.

Marburg. Guten Jazz zu spielen, das hat viel mit Lockerheit zu tun. Und locker waren die Musiker des marburgjazzorchestras am Freitagabend allemal. Allen voran Jörn Marcussen-Wulff, der neue Dirigent des Orchesters, ein Posaunist aus Hannover.

Für die rund 140 Zuhörer in der Waggonhalle war das Konzert Entspannung pur. Viele waren vielleicht von der Arbeit hierher gehetzt, jetzt konnten sie sich einfach nur fallen lassen und lauschen. Bald waren rundherum nur zufriedene Gesichter zu sehen, überall schnippende Finger, wippende Füße, die Köpfe nickten im Takt der Musik.

Geboten wurde ein voller, satter Bigband-Sound, unaufgeregt, professionell und sicher präsentiert, gespielt von höchst engagierten Musikerinnen und Musikern. Los ging es mit einer Eigenkomposition von Dirigent Jörn Marcussen-Wulff. Das Stück hieß „Busy times“ und startete ganz friedlich, um dann einen wilden Freiflug in die scheinbar chaotischen Gefilde des Freejazz zu unternehmen. Marcussen-Wolff erklärte, das Stück beschreibe die umtriebigen Zeiten, als er noch Student gewesen sei.

Sehr eingängig war dann die Ballade „Novemberabend“ aus der Feder des Berliner Komponisten Rolf von Nordenskjöld. Das gedämpft klingende Stück beschrieb sehr schön und fast romantisch die Stimmung an einem nebeligen Herbstabend. Als Solist überzeugte Stefan Koch auf der Klarinette mit seinem sanften und sensiblen Spiel.

Auch der Dirigent selber trat mit seiner Posaune als Solist auf. Der Hannoveraner spielte virtuos und mit viel Einfühlungsvermögen die Komposition „Silence of water“. Er ließ das Blasinstrument mit seinem samtigen Klang regelrecht Geschichten erzählen und blieb stets in perfektem Zusammenspiel mit dem Orchester. In „Tip tap toe“ glänzte dann Heidi Bayer als Solistin auf ihrem Flügelhorn. Sie ist eine der wenigen Frauen in dem Ensemble.

Das marburgjazzorchestra ist eine Band der besonderen Art. Es bildet keinen festen Zusammenschluss, sondern versteht sich als Plattform für Musikerinnen und Musiker mit Erfahrung aus der professionellen und halbprofessionellen Jazz-Szene Mittelhessens. Auch ambitionierte Nachwuchstalente können mitwirken.

Die Künstler treffen sich zu verschiedenen Projekten und spielen Stücke, die es nicht überall zu hören gibt. Seit 2010 befasst sich das Orchester sehr erfolgreich mit neuen Arrangements deutschsprachiger Jazz-Komponisten.

von Bettina Preussner

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