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Marburg Mit sanfter Stimme über Mord und Totschlag
Marburg Mit sanfter Stimme über Mord und Totschlag
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18:53 09.10.2014
Nach der leung gab Sabine Thiesler Autogramme.
Marburg

Sabine Thiesler schreibt Krimis, weil sie selber gerne Krimis liest. Klassische Ermittlungskrimis, meist aus Sicht der Ermittler verfasst, sind ihr allerdings zu langweilig, zu oberflächlich. Sabine Thiesler schreibt aus Sicht des Täters. Sie sagt, ihr gehe es vor allem darum, zu verstehen, warum ein Mensch so weit geht, für seine Träume zu morden, und somit jegliche moralische Hemmschwelle übertritt.

Malte, der Hauptcharakter ihres Thrillers „Versunken“, ist so einer - ein kaltblütiger Mörder ohne jegliche Skrupel. Er wird wegen Mordes gesucht. Auf der Flucht trifft er den Berliner Werner. Dieser plant gerade mit seiner Yacht „Aurora“ eine Überseefahrt nach Korsika. Da seine Frau aus beruflichen Gründen an diesem Trip nicht teilnehmen kann, nimmt er das Angebot Maltes dankbar an, ihn zu begleiten. Was zunächst eine glückliche Fügung des Schicksals zu sein scheint, wird für Werner zum tödlichen Verhängnis. Denn kaum ist Malte auf der Yacht angekommen, malt er sich ein neues Leben auf dieser aus. Werner hat in diesem Traum keinen Platz und wird kurzerhand über die Reling gestürzt. Der Mörder will Werners Existenz annehmen und weiter mit der „Aurora“ das Mittelmeer besegeln. Doch der Plan gestaltet sich schwieriger als gedacht. Immer wieder trifft er auf Personen, die Werner und seine Frau kannten und nach einer Erklärung für die verwirrenden Umstände verlangen. Die Situation spitzt sich zu und die Lage des Mörders wird zunehmend aussichtslos.

Sabine Thiesler ist ausgebildete Schauspielerin. Ihr Talent, Emotionen bei dem Publikum hervorzurufen, macht sich in ihrem lebendigen Lesestil bemerkbar. Sie gestaltete die Lesung ungemein spannend, fesselte die Zuhörer mit ihrer sanften Stimme, die in krassem Gegensatz zur Handlung stand.

Sabine Thiesler hat auch Drehbücher für Theater und Fernsehen geschrieben, unter anderem für den „Tatort“ und für „Polizeiruf“. Ihre Leidenschaft aber ist das Schreiben von Romanen. Man habe bei Romanen viel mehr Möglichkeiten, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen, als beim Schreiben von Drehbüchern. „Ich kann fünf Kreuzfahrtschiffe versenken und es interessiert keinen, denn es kostet ja auch nichts“, erzählt sie. Bei der Frage, welches ihrer Bücher ihr liebstes sei, muss sie gestehen, dass es keines gebe. Sie rät dazu, einfach alle zu durchstöbern.

von Caroline Stockmann

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