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Marburg Mit Leidenschaft und Melancholie
Marburg Mit Leidenschaft und Melancholie
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14:06 21.02.2013
Marburg

Das die Quetschkommode nicht nur für bierselige Volksmusik oder Schifffahrtsromantik taugt, haben in den vergangenen Jahren schon einige Künstler von Weltklasse bewiesen. Lydie Auvray kommt aus Frankreich, aus der Normandie. Wenn sie in die Tasten ihres chromatischen Knopfakkordeons greift, fühlt man sich unweigerlich in ein kleines Café an der Seine versetzt, träumt von Eiffelturm und Pastis.

Auvray steht als Synonym für Akkordeonmusik voller Leidenschaft. Auch nach fünfunddreißig Jahren auf der Bühne hat die Musikerin nichts von ihrer Passion für das Instrument verloren. Zu ihrem Bühnenjubiläum präsentiert sie den begeisterten Zuschauern eine beeindruckende Mischung aus ihrem bisherigen Schaffen. Begleitet wurde sie von Eckes Malz auf dem Klavier und Gitarristen Markus Tiedemann. Voller Leichtigkeit geht Auvray auf eine jazzige Vorlage von Tiedemann ein, wechselt im nächsten Stück zum fröhlichen Walzer. Das Spiel des Trios ist spannend und vielfältig, nie langweilig.

„Mit einer Mischung aus Reggae und Chic Corea,“ kündigt Auvray ein swingendes Stück von Malz an. Es folgen ein musikalisch wechselhafter Tag im April und ein Krimi, der spannender kaum sein könnte.

Das Publikum ist außer sich, honoriert jeden Song mit großem Applaus. Wie gebannt hängen die Menschen an Auvrays Lippen, wenn sie allein im Licht eines Scheinwerfers melancholischen Chansons singt.

Das Trio kennt keine musikalischen Grenzen

Lydie Auvray lässt nie Langeweile aufkommen. Gerade war sie noch in Gedanken versunken, so leise spielend, dass das Klackern der Tasten durch den Raum schwebte, dann tanzt die temperamentvolle Künstlerin im nächsten Moment mit ihrem Akkordeon über die Bühne. Dramatischer Tango oder ein wiegender Walzer - mit halsbrecherischer Geschwindigkeit fliegen die Finger der Französin über die kleine Knöpfe ihres Instruments.

Am Ende präsentierte das Trio mit ein paar Stücken „Weltmusik“, dass sie keine musikalischen Grenzen kennen und ihren Stücken durchaus auch orientalische oder mexikanische Einflüsse beimengen können.

Die Musik von Lydie Auvray ist genauso zeitlos, wie ihr Instrument. Nicht endender Applaus des Publikums zeigen, dass auch hier die Leidenschaft für das Akkordeon noch lange nicht erlöschen wird.

Von Jan Bosch

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