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Marburg Mindestens 95 Kita-Plätze geplant
Marburg Mindestens 95 Kita-Plätze geplant
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12:38 19.02.2018
Die Stadt Marburg will die Plätze, die für die Kinderbetreuung zur Verfügung stehen, aufstocken. Quelle: Monika Skolimowska
Marburg

Spätestens seit dem Ergebnis des Sachstandsberichts Ende vergangenen Jahres ist klar, dass in Marburg ein Platzmangel bei der Kinderbetreuung existiert – und dass eine Verschärfung droht.

Um den steigenden Bedarf an Krippen- und Kitaplätzen deckeln zu können, will die Stadt neue Angebote schaffen. Im Verlauf dieses Jahres sollen verschiedene Einrichtungen der Kernstadt um insgesamt 95 Plätze erweitert werden, berichtete Stefanie Lamprecht.

Weitere 40 Plätze seien „optional“ oder befänden sich im Prüfungsverfahren. Im U3-Bereich liege der geschätzte Bedarf derzeit bei 120 Plätzen, bislang konnten 30 neue Plätze geschaffen werden. Neben U3 liege auch die Ganztagsbetreuung „im Trend“. Im ersten Quartal dieses Jahres werden zudem 29 bestehende Plätze in Ganztagsbetreuung umgewandelt.

"Kriterien und Szenarien" für die Zukunft

Der Fachdienst Kinderbetreuung entwickele derzeit gemeinsam mit der Jugendhilfeplanung „Kriterien und Szenarien“ für die Zukunft und prüfe die Betreuungsbedarfe in den einzelnen Stadtteilen. Neben der Aufstockung bestehender Gruppen brauche es dazu neue Einrichtungen und künftige Investitionen seitens der Stadt wie der anderen Kita-Träger, „wir werden finanzieren müssen“, sagte Lamprecht. Derzeit werden potenzielle neue Einrichtungen in Wehrda, in der Innenstadt wie am Afföller für 150 Plätze im U3- und Ü3-Bereich geprüft.

Wie hoch genau die Kosten für welche Projekte sein werden, steht dabei weiterhin und trotz laufender Haushaltsberatungen nicht fest. Anhand eines Beispiels gab Lamprecht eine Kostenschätzung: Für den Fall, dass 100 Ganztagsplätze geschaffen werden müssten, rechnet der Fachbereich mit einem Kostenvolumen von einer Million Euro alleine für die Betriebskosten, Baukosten und weitere Investitionen nicht eingerechnet. Eine weitere Herausforderung werde die Gewinnung von neuem Personal sein. Beispiel: für die Schaffung von 80 neuen Kitaplätzen benötige man 16 weitere Erzieher-Vollzeitstellen. „Wir überlegen uns Optionen, der Markt ist schwierig im Moment“, sagte Lamprecht (die OP berichtete).

Wie hoch genau der künftige Bedarf sei, ließe sich schwer berechnen, die Stadt wolle diesen „bedarfsgerecht und passgenau“ decken, „wir haben viele Optionen, die uns bei der Realisierung helfen werden“, teilte Stadträtin Kirsten Dinnebier (SPD) mit.

Als Puffer hält die Stadt dazu mehrere Gebäude in der Hinterhand, um im Akutfall weitere Plätze schaffen zu können.

von Ina Tannert