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Meisterliche Klassik

Kammerphilharmonie Köln Meisterliche Klassik

Virtuose Klassik: Die Kammerphilharmonie Köln präsentierte am Sonntagabend im Landgarefnschloss Werke von Vivaldi, Mozart und Tschaikowsky und verzauberte das Publikum mit ihrem Spiel.

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Konzert in historischem Ambiente: Die Kammerphilharmonie Köln gab im Fürstensaal ein mitreißendes Konzert.Foto: Preussner

Marburg. Als Auftakt zu dem Konzert im Fürstensaal des Marburger Schlosses erklangen „Die Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Das Konzert zählt zu den bekanntesten Werken des Komponisten. Los ging es mit dem Frühling, einem sprühenden Stück, das vom Erwachen der Natur erzählt. „Der Sommer“ beschreibt mit seinem schleppenden Rhythmus die große Hitze an einem Sommertag, die sich bald darauf in einem heftigen Gewitter entlädt. Im „Herbst“ sind ein fröhlich beschwingter Bauerntanz zu hören, später Szenen einer Jagd. Der Winter schließlich beginnt mit Zittern und Bibbern, das Gleiten auf dem Eis wird anschaulich dargestellt und sogar das Stolpern und Stürzen eines Eisläufers.

Das siebenköpfige Kammerorchester aus Köln musizierte mit Leidenschaft und Sensibilität und interpretierte das Werk mit Schwung und Frische. Die Solopartien übernahm der junge Geiger Anton Georg Gölle. Er begeisterte mit seinem nuancenreichen, ausdrucksstarken und sicheren Spiel.

In Peter Tschaikowskys „Andante Cantabile“ trat dann Dmitri Gornowsky als Solist auf. Das „Andante“ stammt aus Tschaikowskys erstem Streichquartett in d-Dur, es ist ein sehr gefühlvoller Satz, der zum Träumen einlädt. Der Schriftsteller Tolstoi soll beim Hören dieses Stückes in Tränen ausgebrochen sein. Der Cellist Gornowsky interpretierte das „Andante Cantabile“ mit sehr viel Feingefühl. Er spielte ganz selbstvergessen und hingegeben an die Musik und entlockte seinem Instrument wunderbar warme und schmeichelnde Töne.

Ein weiterer Höhepunkt des Konzertabends war das Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Das fröhlich gestimmte Konzert ist Mozart einziges überliefertes Werk für dieses Instrument und entstand zwei Monate vor seinem Tod. Hier trat der junge Musiker Roman Kushniarou als Solist auf. Sein Spiel war ein Genuss. Kushniarou musizierte mit großer Frische, unglaublicher Leichtigkeit und Leidenschaft, sein Körper schien vor Energie zu beben, wenn er musizierte. Zu Anfang des Stückes entwickelte sich zunächst ein perfektes Zweigespräch zwischen dem Orchester und der Klarinette. Wunderschön dann der zweite Satz, ein fließendes Adagio, das zu Herzen ging.

Die Zuhörer im Fürstensaal waren hingerissen und bedankten sich mit stürmischem Beifall. Erst nach zwei Zugaben, darunter ein Tango von Piazzolla, durften die Musiker die Bühne verlassen.

von Bettina Preussner

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