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Meister zwischen Pop und Melancholie

Konzert Meister zwischen Pop und Melancholie

Bereits zum zweiten Mal gastierte die schwedische Band Friska Viljor in Marburg und zeigte dabei im ausverkauften KFZ einen vielumjubelten Auftritt voll Lebenslust und Ironie.

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Die Bandgründer von Friska Viljor: Joakim Sveningsson am Mikrofon und im Hintergrund Daniel Johansson.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Keine bombastische Lichtershow, keine Choreographien oder aufwändige Bühnenoutfits – und trotzdem erreichen Friska Viljor auf Anhieb das, was sich viele andere Bands wünschen: Sie verbreiten gute Laune und bringen die Menschen zum Tanzen und Mitsingen. Die positive Atmosphäre springt bereits beim ersten angespielten Ton auf das Publikum über. Dabei lassen die fünf Schweden zuerst die Musik für sich sprechen, ehe sie selbst das Wort ergreifen. Nach dem sechsten Lied rutscht Sänger Joakim Sveningsson dann doch ein zaghaftes „Hello“ heraus.

Oft werden Sveningsson und Daniel Johansson auf die Entstehungsgeschichte der Band angesprochen, die im Jahr 2005 beginnt. Damals lernten sich die beiden in einer Stockholmer Bar kennen, wo sie versuchten, ihren jeweiligen Beziehungskummer in Alkohol zu ertränken. Als Ergebnis dieser Zechtour entstanden erste Lieder und wenig später die Debüt-Platte „Bravo!“ Fortan spielten die beiden Verlassenen unter dem Namen Friska Viljor zusammen mit drei weiteren Bandmitgliedern ihren eigenwilligen Indie-Pop. In der Folge wurde den Schweden nachgesagt, ihre Musik sei zu melancholisch, zu sehr damit beschäftigt, den Verlust einer Liebe zu verarbeiten. Im KFZ erschien die ganz in Weiß gekleidete Band aber keineswegs traurig oder niedergeschlagen. Fiel die beschriebene Begrüßung noch recht zurückhaltend aus, so zeigten Friska Viljor im Folgenden ein energiegeladenes „Best of“ ihrer bisherigen Diskographie. Natürlich waren auch Lieder fürs Herz dabei, jedoch immer getragen von Ironie und einem Lächeln der Bandmitglieder.

Genauso vielfältig wie die Genrebezeichnung für ihre Musik (Indie-Rock, Electromix oder Schweden-Pop), sind auch die zum Einsatz gebrachten Instrumente. Johansson zeigte sein breitgefächertes Talent unter anderem am Schlagzeug, der Gitarre, auf der Melodika und dem Flügelhorn. Frontmann Sveningsson verleiht der Musik durch das Spiel auf seiner achtseitigen Mandoline zusätzlich einen ganz eigenen Charakter.

Zusehends mehr Gefallen fanden die Musiker an der Stimmung im ausverkauften KFZ. Das lag wohl auch daran, dass sich das Publikum äußerst textsicher zeigte und Lieder wie „on and on“ oder „shotgun sister“ von der ersten bis zur letzten Zeile lautstark mitsangen.

Spätestens bei der sehr persönlichen Vorstellung der einzelnen Musiker durch Sveningsson merkte auch das Publikum, dass dort auf der Bühne Freunde zusammen stehen, die Musik aus purer Freude machen und dies auch gerne mit den Zuhörern teilen – das KFZ kam in den Genuss von zwei Zugaben.

von Dennis Siepmann

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