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Marburg „Meine Heimatist mein Film“
Marburg „Meine Heimatist mein Film“
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18:18 14.02.2013
Berlin

Nicht nur für diesen Film wurde Lanzmann weltweit gefeiert. Gestern Abend bekam er für sein Lebenswerk den Goldenen Ehrenbären der Berlinale. „Ich bin sehr bewegt, sehr glücklich und sehr stolz“, sagte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Bei dem Festival stellte Lanzmann erstmals die restaurierte und digitalisierte Version seines Meisterwerks „Shoah“ (1985) vor. Zwölf Jahre hatte er an diesem Film gearbeitet, zwölf Jahre voller Widerstände und Hindernisse. Er sprach mit Überlebenden und Tätern, besuchte die Orte des Schreckens. Das unermessliche Grauen des Völkermords lebt allein durch diese Erinnerung wieder auf. Alte KZ-Bilder oder -Filme kommen nicht vor.

„Als ich an „Shoah“ arbeitete, habe ich gedacht, der Film könnte eine Befreiung für die Deutschen sein, er könnte ihnen helfen, sich ihrer eigenen Geschichte zu stellen“, so der Regisseur. Dass dies gelungen ist, zeigt seiner Ansicht nach die Präsentation seines Films „Sobibor“ (2001) bei der Preisverleihung, in dem es um die erfolgreiche Revolte jüdischer Gefangener in einem NS-Vernichtungslager in Polen geht. „Das heißt, sie zeigen einen Film, in dem Juden Deutsche töten“, sagte er. „Das hat Klasse, das hat Stil. Ich empfinde das als eine brüderliche Geste. Wir sind quitt.“

Schon mehrfach hat der Filmemacher erzählt, dass auch er Deutsche getötet hat. 1925 in Paris als Kind einer assimilierten jüdischen Mittelstandsfamilie geboren, kämpfte er als junger Partisan in der Résistance gegen die deutschen Besatzer. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs studierte er in Frankreich und Deutschland Philosophie. 1948/49 kam er als Dozent an die damals gerade erst gegründete Freie Universität im Westteil Berlins.

Die 63. Internationalen Filmfestspiele Berlin widmen Lanzmann neben dem Ehrenbären eine Hommage mit seinen Filmen. Nach dem Unterschied der Aufführung von „Shoah“ vor fast 30 Jahren und heute befragt, antwortete er knapp: „Heute bin ich ein Star.“

von Peter Claus und Nada Weigelt

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