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Marburger Verlag landet Bestseller

Buch zur Finanzkrise Marburger Verlag landet Bestseller

Der Marburger Tectum Verlag hat erstmals in seiner Geschichte einen Titel in die Spiegel-Bestsellerliste gebracht. Das Sachbuch „Der größte Raubzug der Geschichte“ landete inzwischen auf Platz 17 - ein Novum in der 20-jährigen Geschichte des Verlags.

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Marburg. In dem Spiegel-Ranking für Wirtschaftsbücher schaffte es der Finanzratgeber-Thriller von Matthias Weik und Marc Friedrich sogar auf Platz 5 - als höchster Neueinsteiger. Und beim Internet-Buchhändler Amazon überschlagen sich die Rezensenten mit Lobeshymnen, was das Buch zeitweise auf Platz 12 bei Amazon hievte.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte mit dem Kabarettisten Frank Markus Barwasser alias Erwin Pelzig. Der hielt das Buch in seiner ZDF-Sendung „Pelzig hält sich“ im Gespräch mit dem Physiker Harald Lesch in die Kamera. Seither reißen die Bestellungen nicht ab.

„Wir sind ja ein Wissenschaftsverlag und hatten ursprünglich 1000 Exemplare gedruckt und dachten, es wäre mutig. Die waren sofort weg“, sagt Tectum-Pressesprecherin Ina Beneke. Seither wird nachgedruckt. 10000 Bücher wurden in den ersten sechs Wochen verkauft, sagt Dr. Heinz-Werner Kubitza, Verlagsleiter des Tectum Verlags. Inzwischen liegt die Auflage bei 16000 Exemplaren. Und es wird schon wieder gedruckt

Das Sachbuch zur Finanzkrise beschert dem Verlag ein ungewöhnliches Medieninteresse. Zahlreiche Rezensionen steigern das Interesse. Palettenweise erreichen derzeit frischgedruckte Bücher derzeit das Marburger Verlagsbüro des Tectum Verlags in der Biegenstraße. Um es auch gleich wieder zu verlassen. Der Verlag, den man eigentlich von wissenschaftlichen Publikationen her kennt, hat erst seit kurzem auch ein Sachbuchprogramm. Und prompt auch den ersten Bestseller.

„Das perfekte Verbrechen“

Die beiden Wirtschaftswissenschaftler Marc Friedrich und Matthias Weik treffen mit ihrem spannenden Buch zur Finanzkrise offenbar einen Nerv der Zeit. Und sie schreiben provokativ: „Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“, lautet der Untertitel. Die beiden Finanzexperten beschreiben „das perfekte Verbrechen“, nennen die Änderung der Bilanzregeln für Unternehmen im Jahr 2008 „den größten legalen Betrug“. Wer wie Griechenland „solche Freunde in einer Währungsunion“ habe, brauche keine Feinde mehr, meinen die Autoren. Und England, Hort des Finanzkapitalismus, sei „ein Land wie Nitroglyzerin“. Und sie zitieren reihenweise Bankiers und Ökonomen, die unglaublich zynisch sind.

Für die Autoren steht fest: Der Zusammenbruch kommt, und der Staat wird versuchen, seinen Bankrott auf die Bürger abzuwälzen.

Matthias Weik & Marc Friedrich: „Der größte Raubzug der Geschichte. Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“, Tectum-Verlag, Marburg, 380 Seiten, 19,90 Euro.

von Uwe Badouin

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