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Marburg Kein Vorrang für Deutsche
Marburg Kein Vorrang für Deutsche
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14:38 11.03.2018
Lebensmittel im Korb der Tafel. Quelle: Archivbild
Marburg

Einzig die Bedürftigkeit eines Kunden sei entscheidend, „Kriterien wie Nationalität festzuschreiben ist Rassismus und entspricht nicht der Tafel-Idee“, heißt es in einer Stellungnahme der Vereinsvorsitzenden Rita Vaupel.

Die Versorgung von derzeit 2 400 Menschen – eine seit Jahren wachsende Zahl – sei eine „ehrenvolle Aufgabe“, die zurzeit nach Vereinsangaben in der Universitätsstadt 200 freiwillige Helfer übernehmen, die aber „kein Ersatz für eine staatliche Grundsicherung sein darf“.

Die Tafel in Essen hat Ende 2017 bei Kunden-Neuaufnahmen einen Deutschen-Vorrang beschlossen, der seit dem Jahreswechsel gilt. Grund ist ein laut Essener Tafel auf 75 Prozent gestiegener Ausländeranteil an der Gesamtkundenzahl, was nicht mehr in Relation zum tatsächlichen Bedarf anderer, die verdrängt würden, stehe. Seit Bekanntwerden der Regelung vergangene Woche steht der Verein deswegen massiv in der Kritik, erhielt nur von AfD-Bundespolitikern Unterstützung. Die Tafeln, auch in Marburg und dem Landkreis, zählen zu den regelmäßigsten Spendenempfängern im Sozialbereich.

von Björn Wisker