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Marburg Politik statt Pharmazie
Marburg Politik statt Pharmazie
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00:17 08.12.2018
Das Bauschild weist darauf hin, dass das Pharmaziegebäude saniert wird. Es soll künftig von den ­Politikwissenschaftlern genutzt werden. Quelle: Markus Farnung / Universität
Marburg

Die Philipps-Universität Marburg investiert auch nach dem Anfang des Jahres fertiggestellten Neubau der Universitätsbibliothek weiter in den Ausbau des Campus Firmanei. Für die Politologen aus dem Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie wird in den kommenden Jahren das Gebäude Ketzerbach 63 saniert, das bis vor kurzem vom Fachbereich Pharmazie genutzt wurde.

Insgesamt knapp 8 Millionen Euro soll die Sanierung des nach Angaben der Universität ältesten Backsteinbaus Marburgs kosten, teilte die Marburger Uni-Pressestelle jetzt mit. Bis Mitte 2020 ist der Abschluss der Sanierung geplant, die einen weiteren Baustein im Umzug aus den geisteswissenschaftlichen Türmen an der Stadtautobahn in das Stadtzentrum markiert. Ursprünglich waren die Sanierung und der Umzug schon für ein Jahr früher geplant gewesen, aber die Planungen rund um eine Barrierefreiheit des Gebäudes hatten nach OP-Informationen die Verzögerung mit verursacht.

„Wir freuen uns, dass wir Sondermittel nutzen können, damit wir genügend Räume für Lehrende und Studierende des stark angewachsenen Fachbereichs bereitstellen können. Zugleich gelingt es uns, ein bedeutendes Baudenkmal der Universität wieder in die Nutzung zu nehmen“, teilte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause mit.

Hauptgebäude erhält Wärmeschutzfenster

Vor wenigen Tagen wurde an dem markanten gelben Gebäude mit den großen in Sandstein eingefassten Fenstern das Bauschild aufgestellt. Dann erfolgt zunächst eine umfangreiche Schadstoff- und Tiefbausanierung. Im Frühjahr 2019 sollen die Hauptarbeiten beginnen, die unter anderem auch eine energetische Sanierung eines Teils des Gebäudes umfassen.

Bei den Fenstern im Hauptgebäude sollen hinter den im Original erhaltenen Eichenfenstern Kastenfenster für die Verbesserung des Wärmeschutzes angebracht werden wie auch bei der Sanierung des Kunstgebäudes in der Biegenstraße.

Zudem soll das Gebäude durch den Einbau eines Aufzugs sowie den Bau einer Rampe am seitlichen Eingang barrierefrei zugänglich werden. Auch die Versorgungsleitungen müssen erneuert werden. Zudem werden einige bisherige Laborräume für die Nutzung als Büros umgebaut. Für die Politikwissenschaft mit dem Bedarf an Seminarräumen und Büroflächen ist das Gebäude hervorragend nutzbar, auch wegen der Nähe zur neuen Universitätsbibliothek, wohin bereits seit einiger Zeit die politikwissenschaftliche Fachbibliothek umgezogen ist.

Auch Hörsaalgebäude wird saniert

„Wir bringen das Gebäude technisch ins 21. Jahrhundert“, fasst Maja Turba vom Dezernat für Gebäudemanagement und Technik der Universität das Bauvorhaben zusammen. Dies geschehe in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz, denn das 1841 als anatomisches Ins­titut errichtete Gebäude ist ein Baudenkmal.

Der ursprünglich zweigeschossige Backsteinbau wurde 1903 um eine Etage aufgestockt. Danach zog das zoologische Ins­titut dort ein. In den 50er-Jahren wurde der Bau grundlegend saniert. Nach einem Umbau im Jahr 1976 nutzte der Fachbereich Pharmazie den Backsteinbau. Bis zum Umzug auf die Lahnberge waren dort das Institut für Pharmakologie und Toxikologie (bis 2011) sowie bis 2016 die Pharmazeutische Technologie untergebracht. Seitdem stand das Gebäude größtenteils leer. Nur die Kellerräume wurden noch bis Oktober dieses Jahres für Praktika der Pharmazeutischen Technologie genutzt.

Neben dem Hauptgebäude wird auch das seitlich angebaute Hörsaalgebäude in der Wilhelm-Roser-Straße saniert, das weiterhin für Vorlesungen genutzt werden soll. Von den geplanten Baukosten in Höhe von 7,64 Millionen Euro stellt das Land Hessen im Zuge der dritten Phase des Hochschulpakts 2020 die Summe von 5,4 Millionen Euro zur Verfügung. 2,24 Millionen Euro steuert die Universität bei. Als Bauherrin fungiert in diesem Fall die Philipps-Universität, deren Verantwortliche den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) mit der Ausführung beauftragt 
haben.

von Manfred Hitzeroth