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Marburg 800.000 Euro für besseren Nahverkehr
Marburg 800.000 Euro für besseren Nahverkehr
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00:19 15.09.2018
Der Magistrat möchte die Qualität des Öffentlichen Personennahverkehrs in Marburg verbessern. Unter anderem sollen die Lahn­berge eine Direktverbindung vom und zum Richtsberg erhalten. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Stadtverordne­tenversammlung soll auf ihrer Sitzung Ende September die von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) so genannte „Nahverkehrsoffensive“ beschließen. Dahinter verbirgt sich ein Bündel von Fahrplan-Änderungen, die alle das gleiche Ziel haben: die Verbesserung der Qualität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). „Attraktiv ist ÖPNV, wenn man gute Verbindungen hat“, sagt Spies. Daran arbeite die Stadt.

Ab Oktober können Auto­fahrer mit einem kostenlosen Shuttle-Verkehr zwischen Krekel und Messeplatz an jedem Samstag kostenfrei in die Innenstadt gelangen.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember wird eine Verstärkung der einen Direktverbindung vom Richtsberg zu den Lahnbergen eingeführt.

Mit einem deutlich verstärkten Angebot zu den Industriestandorten in der Marbach und am Görzhäuser Hof soll auf die Überlastung der Westanbindung reagiert werden. Davon werde auch Michelbach mit seinen neuen Ortsteilen profitieren, verspricht sich der Magistrat. Die Anbindung durch die Linie 14 werde in den Abend hinein und auch Samstag und Sonntag angeboten.

Die Buslinie 17, die die Stadtteile Cyriaxweimar, Haddamshausen und Hermershausen versorgt, fährt auch abends und an Samstagen und Sonntagen. Dadurch werde auch Ockershausen und der Stadtwald besser 
an die Innenstadt angebunden.

Die Linie 3 soll zum Fahrplanwechsel an Werktagen in den Abend verlängert werden und zusätzlich ab 1 Uhr das Nachtangebot der ­Stadtwerke erweitern. Cappel und das Waldtal sollen mit eingebunden werden.

Auch das Nachtangebot auf der Linie 1 wird ausgeweitet und über den unteren Richtsberg und die Beltershäuser ­Straße weitergeführt.

Die Anbindungen durch die Linie 14 Richtung Michelbach und die Buslinie 17 nach Ockershausen-Stadtwald, Cyriaxweimar, Haddamshausen und Hermershausen werden in den Abend hinein und auch Samstag und Sonntag angeboten.

Das gesamte Stadtgebiet wird ab dem Jahreswechsel 2018/2019 eine einheitliche Tarif­zone. Laut Magistrat sollen die Bewohner der Außenstadtteile dadurch um 100.000 Euro entlastet werden.

In seiner Begründung für die Ausweitung des Stadtwerke-
Angebots nennt der Magistrat die „Behinderungen des innerstädtischen Verkehrs durch die Sperrung der Weidenhäuser Brücke“ und das Ziel, die Luftqualität in Marburg zu verbessern.

Spies hatte die Ausweitung des Stadtwerke-Angebots in der vergangenen Sitzung der Stadt­verordneten auch damit begründet, er wolle die Bürgerinnen und Bürger der Stadt an den Millionen-Mehreinnahmen durch eine Gewerbesteuer-
Nachzahlung des Pharma-
 Riesen CSL Behring ­teilhaben lassen.

Auf Nachfrage der OP sagte Stadtsprecherin ­Sabine Preisler, dass Kosten für die Stadt in diesem Jahr noch nicht, aber in vollem Umfang dann 2019 entstehen. „Soweit die Zuwendungen der Stadt an die Stadtwerke (Verlustausgleich) dies hergeben, bestreiten die Stadtwerke die Kosten für 2018“, ­teilte Preisler mit.

OB will Mittel für den Haushalt anmelden

Darüber hinaus würden die Mittel in diesem Jahr aus dem laufenden Budget des Fachbereiches zentrale Dienste Stadt gedeckt. Es handelt sich für 2018 insgesamt um rund 90.000 Euro an Mehrkosten, die laut Magistrat aus den bestehenden Haushaltsansätzen beglichen werden können.

Spies wird zudem im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2019 Mittel anmelden und entsprechende Zahlen vorlegen. „Wir hoffen, dass das Parlament dem Vorschlag folgt und die erforderlichen 800.000 Euro zur Verfügung stellt“, lässt sich der Oberbürgermeister zitieren.

Die Stadt beauftragt ihre 100-Prozent-Tochter Stadtwerke Marburg mit der Sicherstellung des Öffentlichen Personennahverkehrs und bezahlt sie dafür – 
seit Jahren erhalten die Stadtwerke etwa drei Millionen Euro von der Stadt, haben allerdings ihre Fahrleistung erhöht.

von Till Conrad