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Marburg Marburger Preis für Eintracht-Präsidenten
Marburg Marburger Preis für Eintracht-Präsidenten
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16:53 13.06.2018
Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) und Ex-OB Egon Vaupel gratulieren.  Quelle: Nadine Weigel
Marburg

„Erinnerungskultur­ muss zu unserer DNA gehören, so selbstverständlich sein, wie zu atmen, Arme und Beine zu haben. Erinnern reicht aber nicht, wir müssen im Hier und Jetzt für das Leben, wie wir es für uns und für andere haben wollen, kämpfen“, sagte Fischer in seiner Dankesrede im Rathaussaal.

Laudatorin attackiert AfD: „Kulturkampf begonnen“

Hass, Ausgrenzung, Einfältigkeit: „Dafür darf es keine Toleranz geben.“ Vor allem den Jugendlichen und Kindern von heute müsse man wieder den zusehends verloren gehenden „Coolness-Faktor Europa“ vermitteln, zugrunde liegende Werte wie Offenheit, Neugier am Fremden und Unbekannten sowie Toleranz vorleben – mit klarer Haltung, nicht nur in TV-Talkshows, sondern im Alltag.

Während Fischer in seiner Rede auf direkte Bezüge zur AfD, die er zum Jahreswechsel massiv angriff, komplett verzichtete, widmete sich Monika Bunk, Vize-Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, in ihrer Laudatio der Partei, auch dem AfD-Kreisverband Marburg-Biedenkopf, der Fischers Sozialpreis-Auszeichnung zuletzt kritisierte.

„Vor seiner zutiefst humanistischen Haltung muss man Respekt haben, weil solche Aussagen – die viele sich nicht zu tätigen trauen – natürlich riskant sind, auch ins Private gehen, es Drohungen gibt. Aber für ihn ist Schweigen keine Option. Und trotzdem darf man Hass, Rassismus und Ausgrenzung nicht dulden“, sagte Egon Vaupel, Ex-Oberbürgermeister, der die Jury-Entscheidung so begründete.

Der Präsident von Eintracht Frankfurt ist für sein Engagement gegen Rassismus ausgezeichnet worden.

Für Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) ist Fischer eine „Symbolfigur für weltoffenen Sport“, der sich „zu wichtigen Fragen der Zeit klar positioniert, sich nicht wegduckt und das Feld nicht den Rattenfängern überlässt“.

von Björn Wisker