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Projekt soll Studierenden Kunst vermitteln

„Talk! Talk! Talk!“ Projekt soll Studierenden Kunst vermitteln

„Studierende führen Studierende“ heißt es am Donnerstag früh um 9 Uhr im Marburger Kunstverein. Mit der neuen Reihe „Talk! Talk! Talk!“ will der Verein ein junges Publikum erschließen.

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Dr. Stefanie Alexa Stork (von links) hat das Projekt „Talk! Talk! Talk!“ konzipiert. Die erste Führung machen Lina Mackensen und Marie Moos.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Gegenwartskunst schreckt so manche Menschen ab. Was ist das, was man dort sieht? Was bedeutet es? Wie spricht man über ein abstraktes Bild ohne jeden Inhalt?

Der Vorsitzende des Kunstvereins, Dr. Gerhard Pätzold, und die Kunstvereins-Geschäftsführerin Dr. Carola Schneider haben gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Dr. Stefanie Alexa Stork und in Kooperation mit der Philipps-Universität eine Reihe konzipiert, die bei Studierenden einerseits Hemmschwellen im Umgang mit zeitgenössischer Kunst abbauen und gleichzeitig dem Verein ein neues Publikum erschließen soll.

2006 hatte der Kunstverein nach Auskunft Pätzolds schon einmal ein vergleichbares Projekt gestartet, das allerdings nach etwa einem halben Jahr eingeschlafen ist. Stefanie Alexa Stork und ihre jungen Mitstreiterinnen und Mitstreiter hoffen, dass „Talk! Talk! Talk!“ mehr Erfolg haben wird.

Direkter Zugang

Stefanie Stork hat vor ihrer Promotion in Marburg in Düsseldorf einen Masterabschluss in Kunstvermittlung erworben. Sie weiß also sehr genau, worauf es bei den Führungen ankommt. „Wir wollen Blockaden aufheben, weg vom Akademischen, hin zum Erleben von Kunst“, sagt sie. Fünf Studierende der Kunstgeschichte hat sie für das Projekt gewonnen.

Das Projekt ist offen für alle­ Studierenden der Kunstgeschichte und des Instituts für Bildende Kunst. An den Führungen kann aber jeder Student der Philipps-Universität teilnehmen – kostenlos natürlich.

„Studierende bekommen einen direkten Zugang zur Kunst“, sagt Stork – egal, ob sie durch die Ausstellung führen oder geführt werden. Den Auftakt am Donnerstag um 9 Uhr machen Marie Moos und Lina Mackensen, die beide im dritten Semester Kunstgeschichte studieren. Auch für sie wird die Führung durch die aktuelle Ausstellung mit Arbeiten des Bildhauers Werner Pokorny und des Malers Werner Schmidt eine völlig neue Erfahrung.

Besondere Begegnungen

Denn in ihrem Studium liege der Fokus auf der Geschichte der Kunst und auf Kunsttheorien. Praktische Arbeit etwa in der Kunstvermittlung spiele eine eher untergeordnete Rolle.

Genau da setzt auch das Konzept der Reihe an. Für die Studentinnen und Studenten, die die durch die Ausstellungen führen werden, wird der Kunstverein zum Erfahrungsraum. „Wir bieten eine besondere Begegnung zwischen Studierenden, Kunst und Künstlern“, sagt die Kunstvereins-Geschäftsführerin Carola Schneider. Denn das Projekt beginnt im Grunde schon mit dem Aufbau der Ausstellung und der direkten Begegnung mit den ausstellenden Künstlern.

Und die Studierenden, die durch die Ausstellung geführt werden, verlieren im Idealfall die „Scheu vor moderner Kunst“, hofft Stefanie Alexa Stork.

von Uwe Badouin

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