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Marburg Marburger arbeitet künftig in Nordkoreas Botschaft
Marburg Marburger arbeitet künftig in Nordkoreas Botschaft
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20:00 26.08.2018
Der Marburger Dr. Kalle Holzfuß (37) wird stellvertretender Botschafter in Nordkorea. Quelle: Privatfoto
Marburg

Es wird wohl kein leichter Job für Kalle Holzfuß. Die Bundesrepublik Deutschland unterhält seit 2001 diplomatische Beziehungen zu Nordkorea. In den vergangenen zwei Jahren startete das Land Raketen und Atomtests. Die EU reagierte mit Sanktionen. All das habe sich spürbar auf die Beziehungen zu Nordkorea ausgewirkt, teilt das Auswärtige Amt mit.

Holzfuß ist in Marburg aufgewachsen. Das Abitur machte er an der Martin-Luther-Schule, den Wehrdienst in Neustadt. Nach dem Geschichtsstudium bestand er das harte Auswahlverfahren beim Auswärtigen Amt. Momentan ist der 37-Jährige politischer Referent an der Botschaft Islamabad in Pakistan. Nach Nordkorea wechselt er auf eigenen Wunsch – voraussichtlich für die nächsten drei Jahre. Er wird dort Botschafter Pit Heltmann in dessen Abwesenheit vertreten und für die Bereiche Kultur, Rechts- und Konsularwesen, Sicherheit, Verwaltung und Wirtschaft zuständig sein.

Die Deutsche Botschaft befindet sich im Diplomatenviertel von Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang, und zwar auf dem Gelände der ehemaligen DDR-Vertretung. Neben deutschen Diplomaten beherbergt der Gebäudekomplex die Botschaften Schwedens und Großbritanniens. Die Botschaft ist umzäumt und bewacht, das Diplomatenviertel weitgehend abgeschottet vom Rest der Stadt. Das Leben innerhalb unterscheidet sich stark von dem außerhalb. Im Gegensatz zu den meisten Bürgern Pjöngjangs können Diplomaten beispielsweise frei im Internet surfen.

Völlig frei bewegen können Diplomaten sich nicht

Der Botschafter fährt oft mit dem Auto über die Grenze nach China, um sich dort mit Essen, Materialien oder auch Geld einzudecken. Völlig frei bewegen können sich Diplomaten in Nordkorea aber nicht.
Ein- wie Ausreisende werden an der Stadtgrenze streng kontrolliert. Bestimmte Landesteile sind nicht zugänglich, bestimmte Orte dürfen Diplomaten nur mit vorheriger Genehmigung besuchen, bestimmte Stadtviertel sind für sie verboten.
Insgesamt arbeiten in der Deutschen Botschaft Pjöngjang weniger als zehn deutsche Diplomaten; genauere Angaben macht das Auswärtige Amt aus Sicherheitsgründen nicht.

  • Anm. d. Red.: Gerne hätten wir ein Interview mit Dr. Holzfuß geführt. Laut Auswärtigem Amt war das aber nicht möglich.

von Friederike Heitz
und Dirk Godder