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Marburg Marburger Flow greift nach der Krone
Marburg Marburger Flow greift nach der Krone
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08:32 25.11.2010
Degama rappt nicht von Sex, Gewalt und Drogen – seine Botschaft lautet „Wir sagen Nein zu Gewalt und Krieg“. Quelle: Privat

Marburg. In weißem Muscle-Shirt und Baggyjeans erinnert er im aktuellen Video „Big Up“ zweifellos an den US-Rapper 50 Cent. Das ist Degama, alias Serge Kalondji, auch nicht unrecht. „50 Cent ist schon ein Vorbild von mir“, sagte Degama im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der Marburger Rapper, der gerade eine Ausbildung zum Koch macht, ist der Erste, der aus dem Projekt Marburger Flow als Solokünstler hervorgeht. Seine CD „Streben nach dem Glück“ ist gerade erschienen. Produziert wurde die Musik von Projektgründer Oliver Skopnick, der vor drei Jahren die Idee hatte, Marburger Rapper aus verschiedenen Lagern zusammenzubringen.

Das Mikrolabel Marburger Flow, das ein unabhängiges „Ein-Mann-Label“ ist, wie Skopnick selbst sagt, bietet den jungen Musikern die Chance kostenlos produziert zu werden. Der Sampler „Marburg‘s Finest“ erschien im März; die Herstellung wurde von der Stadt gefördert. Das nächste CD-Projekt steht vor der Tür, ambitionierte Künstler sind noch dazu aufgerufen, ihre Musik beim Marburger Flow einzuschicken.

Degama ist in Marburg inzwischen bekannt, auf der Straße sprechen ihn Leute an. Besonders freut ihn, dass die Rückmeldung von anderen Rappern positiv ist – besonders nach der Richtungsänderung, die er vollzogen hat. Denn anders als es im deutschen Hiphop üblich ist, handeln seine Texte nicht von Drogen und Gewalt.

Das neue Video von Degama schauten sich innerhalb einer Woche knapp 10.000 Menschen auf Youtube an. Der in Marburg gedrehte Clip wird nun vielleicht auch bald auf MTV oder Viva zu sehen sein. Der Sender MTV hat zumindest schon einmal sein Interesse bekundet, einen Termin, wann es soweit sein könnte, gibt es noch nicht.

von Tanja Hamer

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der OP.

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