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Marburg Marburg rockt!
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00:24 15.07.2015
Straight Bourbon sorgten am Samstagabend auf dem Marktplatz für Begeisterungsstürme. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Von akustischen Singer-Songwriterdarbietungen bis zur Hard-Rock-Show reichte die musikalische Bandbreite beim Stadtfest. Viele Besucher ließen es erst einmal entspannt angehen und hörten beispielsweise den Liedermachern und Akustik-Gruppen auf der Steinwegbühne zu, wo man gemütlich im Schatten auf Bänken sitzen und sein Getränk vor sich auf den Tisch stellen konnte.

Mindestens drei der ursprünglich am Samstag vorgesehenen Gruppen oder Einzelkünstler waren ausgefallen, zwei wegen gebrochener Arme. Das führte beispielsweise dazu, dass auf der Volksbank-Freilichtbühne im Schlosspark eine kleine, aber feine akustische Formation direkt vor dem Headliner „Jailbreaker“ auftrat.

Von Drachenbootrennen bis hin zu jubelnden Massen auf dem Marktplatz: Das Stadtfest bot für jeden der tausenden Besucher etwas. Wir waren für Euch unterwegs und haben die schönsten Momente eingefangen. Fotos: Nadine Weige

„Oh Alaska“ aus Biedenkopf vertraten die ursprünglich vorgesehene Alternative-Rockband „Sinew“. Sängerin Yana Gercke, einst bei Stefan Raabs Castingshow zum Eurovision Song Contest „Unser Star für Baku“ auf Platz drei gelandet, Sascha Christ an der Cajon und Dominik Reh an der Gitarre spielten unplugged ihre originell arrangierten und gekonnt umgesetzten Coverversionen bekannter Songs und kamen damit gut an.

Auch ohne vorherigen „Anheizer“ dauerte es bei Jailbreaker danach nicht lange, bis die Fans fleißig zu den AC/DC-Krachern abrockten und headbangten.

Aber auch in der hintersten Ecke des Schlossparks war es laut und lustig. „Mother‘s Milk“, Musiker aus Dautphetal, Wettenberg und Bad Hersfeld, präsentierten Songs der Red Hot Chili Peppers akustisch und showmäßig so, dass nicht nur auf, sondern auch vor der Parkbühne im Schlosspark so richtig die Post abging. Und die nachfolgende Gruppe Turbo Sapienowa aus Gießen vertrat die ursprünglich angekündigte Stuttgarter Band „We are Rinah“ auf der Parkbühne im Schlosspark mehr als würdig. Quer durch den Wilden Osten ging es mit Russen-Ska, Gypsy-Punk, Balkan-Beats, türkischer Polka und Reggae-Klängen. Vor der Bühne stand kein Bein still.

Unterdessen war auch am Marktplatz die Stimmung parallel zur sinkenden Sonne stets höher gestiegen. Hatten „The Snakeman 3“ aus der Partnerstadt North­ampton mit ihrem punkigen Garage-Rock gerade mal paar junge Männer zum Pogo animieren können, so drängte sich das Publikum bei der Beatles-Show der Petles bis vor die Bühne und ging singend und tanzend begeistert mit.

„Straight Bourbon“ gelang es, dies mit ihrer Show im Stile der Blues Brothers tatsächlich, dies noch zu toppen. Am Ende stieg ein sehr enthusiastischer und dazu blinder Besucher tatsächlich auf die Bühne und konnte von seinen Freunden nur mit Mühe ohne bösen Absturz wieder heruntergeholt werden. Bis Mitternacht beherrschte der Soul den Marktplatz. Für die Zugabe, zugleich „Rausschmeißer“, den Beatles-Song „Hey Jude“ hatten „Straight Bourbon“ reichlich Wunderkerzen mitgebracht und sorgten so für ein stimmungsvolles Konzertende.

von Manfred Schubert