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Marburg Marburg hat neuen Weltraumhelden
Marburg Marburg hat neuen Weltraumhelden
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06:16 22.03.2012
Der Cowboy (Thomas Streibig) setzt Nehlea (Katrin Hylla) den vergoldeten Spielzeug-Laser auf die Brust. Quelle: Ramon Haindl
Marburg

Viele Jugendliche kennen die Helden des großen Comic-Universums: Superman, Captain America, Spiderman und wie sie alle heißen mögen. Es sind unverwüstliche Haudegen.

In Marburg kommt jetzt noch ein Held dazu: Captain Spaceman. Mit seinem hyper-intelligenten Raumschiff Einstein II durchquert er die Weiten des Weltraums auf der Suche nach Zivilisationen, die seine Hilfe brauchen: Wie etwa die ziemlich verpeilten Duraner vom Planeten Duri Sigma 7. Die hängen am Tropf von Syrup, das die Eigenschaften von Heroin und Kokain mit denen von Erdöl verbindet. Kurzum: Die Duraner sind hochgradig süchtig nach dem Zeug.

Die Geschichte stammt aus der Feder von Klaus Gehre und Michael Lohmann, der musikalischer Leiter am Hessischen Landestheater ist. Die beiden haben sich kräftig bedient bei Star Wars, Star Trek, Dune und populären Sci-Fi-Serien und die mit vielen bizarren Einfällen aufgepeppt.

Gehre hat seine Geschichte in 70 rasanten Minuten aufwändig mit Videosequenzen in Szene gesetzt – die Zielgruppe, Jugendliche ab 11 Jahren, wird begeistert sein. Die Kostüme und die Waffen, die mal an einen großen Föhn, mal an einen überdimensionalen Mixer erinnern, sind hinreißend komisch, ebenso wie die Typen, die unter den schrillen Perücken stecken, die im Karneval ein Knüller wären.

Während Captain Spaceman auf der mit einem Trampolin bestickten Bühne mit den Duranern ringt, flimmern Schwarz-Weiß-Comics von Franziska Junge über eine große Leinwand im Hintergrund. Auch die Darsteller Katrin Hylla, Sebastian Muskalla, Daniel Sempf, Johannes Eimermacher und Thomas Streibig, der als goldglänzender Cowboy einen großen Auftritt hat, haben spürbar Spaß an dem ironischen Klamauk.

Matthias Faltz, Intendant des Hessischen Landestheater, hob als Gastgeber zum Festivalstart „die wachsende Bedeutung des Kinder- und Jugendtheaters“ in Deutschland hervor.

Marburgs Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) betonte die „besondere Herausforderung“ für Theater im „Wettstreit der Medien“. Und Albert Zetsche vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst erklärte mit einem Seitenhieb auf die „Kulturinfarkt“-Autoren: „Die Strukturen der Theater in Hessen werden nicht verändert.“ Knapp 1,4 Millionen Zuschauer zählten die hessischen Theater pro Jahr, 30 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche.