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Marburg Stadt gibt Kindern ganz große Bühne
Marburg Stadt gibt Kindern ganz große Bühne
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15:07 26.02.2018
Die Lehrerin Ariane Arnold (links) präsentierte mit ihren Schülern eines Q 2-Kurses der Adolf-Reichwein-Schule und Vertretern der Stadt das von den Schülern entwickelte Werbekonzept für den MaBison-Day. Quelle: Stadt Marburg/Patricia Grähling
Marburg

Das Kürzel „MaBison“ steht für ein ziemlich umständliches Wortkonstrukt: die „Marburger Bildungsoffensive zur Öffnung von Zugängen für alle Kinder und Jugendliche zu Sport, Kultur und Natur“. Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen aus Marburg Zugang zu diesen zentralen Erlebnisräumen zu bieten, denn längst nicht allen ist dies aus unterschiedlichsten, etwa ökonomischen Gründen möglich.

Der MaBison-Day ist nun ein neues Format, bei dem sich Kinder und Jugendliche mit verschiedensten Angeboten auf der Bühne präsentieren können. Die Stadt stellt dafür ihre größte Bühne, das Erwin-Piscator-Haus zur Verfügung, wie Stadträtin Kirsten Dinnebier bei der Vorstellung des Projekts betonte: „Denn jeder und jede kann etwas Besonderes – davon sind wir überzeugt“, sagte sie. Die Auftritte beim MaBison-Day, der von den Fachdiensten „Kultur“, „Kinder, Jugend und Familie“ und „Sport“ gemeinsam organisiert wird, sollen „jungen Talenten ein Erfolgserlebnis geben“, so Dinnebier.

Bislang hätten sich für den Tag sechs oder sieben Gruppen und Einzelakteure angemeldet,­ sagte Peter Schmittdiel vom Fachdienst Kinder, Jugend und Sport. Bis zum 1. März können sich noch Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren für einen Auftritt bewerben, wie Schmittdiel erklärte. Präsentiert werden können kreative, musikalische oder auch akrobatische Fähigkeiten.

Schüler drehten Spots und entwarfen Werbeplakate

Moderiert wird das Programm am 15. April ab 17 Uhr von dem Marburger Poetry Slammer Lars Ruppel, einem in Hunderten Slams gestählten Bühnenprofi, der ganz nah dran ist an den ­Jugendlichen.

Am Mittwoch wurde im Historischen Rathaussaal das Werbekonzept öffentlich vorgestellt. Das Besondere: Entwickelt wurde es ebenfalls von Jugendlichen. Schülerinnen und Schüler eines Q 2-Kurses der Adolf-Reichwein-Schule mit Schwerpunkt Gestaltung und Medientechnik haben unter der Leitung der Lehrerin Adriane Arnold zwei professionell anmutende Spots gedreht, Werbekarten und ein Plakat entworfen: „Dein Talent. Deine Bühne“ heißt es.

Mia Primke und Max Schmidt betonten stellvertretend für die Schüler: „Es war eine tolle Möglichkeit, uns mit einem echten Kunden auszuprobieren“ und das Projekt sei eine gute Chance gewesen, „zu sehen, was man überhaupt kann“, sagten sie.

Ihre Lehrerin Adriane Arnold freut sich: „Das Projekt war ein großer Gewinn für die Schule und die Schüler, weil die Ideen nicht für den Unterricht, sondern in echt für die Gesellschaft entwickelt wurden.“ Sie dankte der Stadt, weil ihre Schüler mit dem Projekt ein Publikum bekommen hätten.

Ausstellung ist in Planung

Weil die Schülerinnen und Schüler eine Fülle von guten Ideen entwickelt hatten, die längst nicht alle umgesetzt werden konnten, planen die Organisatoren des MaBison-Days eine Ausstellung, in denen alle Entwürfe gezeigt werden sollen. Denn nicht nur die Lehrerin Arnold war „überrascht, erstaunt und begeistert“ über die Vielfalt der Beiträge.

Ob der MaBison-Day eine dauerhafte Einrichtung werden wird, ist noch offen. „Es ist ein neues Format und wir lassen uns überraschen, wie es laufen wird“, sagte Peter Schmittdiel, MaBison-Verantwortlicher von den zentralen Jugendhilfediensten der Stadt.

  • Bewerbungsunterlagen findet man auf der Homepage der Stadt Marburg. Geplant ist ein etwa zweistündiges Bühnenprogramm. Sollten zu viele Bewerbungen eingehen, wird eine Jury unter Leitung von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies eine Vorauswahl treffen, die unter anderem folgende Kriterien berücksichtigen wird wie Kreativität, Idee und Thema der Präsentation, die Altersverteilung der Gruppen. Zudem sollen die Stadtteile (insbesondere benachteiligte) gleichmäßig abgebildet werden. Ausschlusskriterien sind: diskriminierende/beleidigende Inhalte oder ein zu hoher technischer Aufwand.
  • Die Videos sind zu sehen ­unter www.marburg-stadt.de/MaBison-Day und auf dem Youtube-Kanal der Stadt Marburg.

von Uwe Badouin