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Marburg Marburg gibt Gas beim Kiga-Ausbau
Marburg Marburg gibt Gas beim Kiga-Ausbau
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07:02 23.05.2018
Die Zahl der Kindergarten- und Krippenplätze schnellt in die Höhe. Quelle: Archivfoto
Marburg

Bis Jahresmitte sollen insgesamt 110 neue Plätze in verschiedenen Stadtteilen entstehen, weitere 70 sollen bis Mitte 2019 folgen. Neben 35 komplett neu geschaffenen Plätzen Anfang des Jahres folgen ab Sommer weitere 45 in Kindertagesstätten und bei Tagespflegepersonen.

Zudem sind durch die Umwandlung von ehemaligen Halb- in Vollzeitplätze weitere 30 entstanden. Das teilten Stadträtin Kirsten Dinnebier (SPD) und Jugendamtsleiterin Stefanie Lambrecht mit. Demnach sollen im Oktober zehn, zu Beginn des Kindergartenjahres 2019 weitere 70 Betreuungsmöglichkeiten im U3- und Ü3-Bereich folgen – sowohl in städtischen Einrichtungen als auch bei Freien Trägern.

Alleine 20 neue Kita-Plätze sind angesichts der bevorstehenden Baulandentwicklung für Michelbach-Nord vorgesehen.

An einem noch unklaren Standort in der Innenstadt sollen bis Sommer 2019 zehn Krippen- und 40 Kindergartenplätze entstehen, bereits im August dieses Jahres nimmt am Ortenberg der Freie Träger Marburger Waldkindergärten 20 Überdreijährige auf, am Friedrichsplatz eröffnet eine U3-Gruppe, die von der Blindenstudienanstalt betreut wird.

In Ockershausen und im Südviertel sind laut Stadt vor kurzem bereits 29 ehemalige Halbtags- zu Vollzeitplätzen umgewandelt worden. Am Weißen Stein in Wehrda, auf den Lahnbergen, an der Freien Schule im Stadtwald, Am Teich in Cappel wurden neue Gruppen für Unter- und Überdreijährige aufgemacht. In der Marbach, Wehrda und in Elnhausen sind noch 16 Tagespflege-Plätze hinzugekommen.

Gewobau soll für neue
Tagespflege-Räume sorgen

Problem Personal: Marburg sei unter Erzieherinnen zwar als Arbeitgeber gefragt und hätte längst nicht die Probleme wie manche Großstadt, jedoch müsse man auch in Mittelhessen „beim Thema Personalgewinnung und Sicherung kreativ werden“, sagt Dinnebier.

Der Magistrat will daher unter anderem die Tagespflege strukturell anders einbinden, prüft eine Angliederung einiger der 60 bisher ausschließlich selbstständig tätiger Tagesmütter und Tagesväter in Angestelltenverhältnissen.

Auch, um den Job sicherer und damit für Interessierte und Quereinsteiger attraktiver zu machen, somit mehr Gruppenöffnung zu erreichen. Der Unterschied zwischen Tagesmüttern und Tagesvätern zum Beruf der Erzieherin und des Erziehers besteht unter anderem in der Dauer der Ausbildung.

Die Gewobau und andere öffentliche Wohnungsbaugesellschaften sollen nach dem Willen Dinnebiers zudem künftig für Kinderbetreuung geeignete Apartments zur Verfügung stellen, Immobilien auf dem freien Wohnungsmarkt zweckgebunden anmieten.

Mehr Personal für Schwerpunkt Aufgaben

In entsprechenden Räumen sollen dann Tagespflegepersonen arbeiten und Gruppen von bis zu fünf Kleinkindern betreuen können. Grundsätzlich sucht die Stadt nach Wegen, die Hürden für Einstiege von neuem Personal abzubauen und Menschen für Umschulungen zu gewinnen.

Die bereits beschäftigten Erzieher sollen zudem künftig anders und je nach Standort-Struktur auf die Einrichtungen verteilt werden. Ein Indiz für die Neuverteilung: Dort, wo etwa mehr Migrantenkinder betreut werden, wo Spracherziehung oder kulturelle Integration stärker als anderswo im Mittelpunkt steht, soll mehr Personal bereitstehen als in Kitas ohne solche Schwerpunktaufgaben.

„Die Sorge vieler Eltern im letzten Jahr, wegen Platzmangels perspektivisch keine passende Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder zu bekommen, war ja durchaus nachvollziehbar. Aber wir können jetzt bereits wieder Angebote machen, den Bedarf aktuell, mittel- wie langfristig decken. Und auch für eine schnelle Reaktion auf Unerwartetes sind wir eingestellt“, sagt Lambrecht.


von Björn Wisker