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Marburg Brief an Seehofer: Flüchtlinge nach Marburg
Marburg Brief an Seehofer: Flüchtlinge nach Marburg
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15:11 03.01.2019
Dieses Archivbild zeigt Teilnehmer einer Demo pro Seenotrettung in Marburg. Quelle: Archivfoto
Marburg

Rund 30 deutsche Städte und mehrere Bundesländer haben sich bereit erklärt, die 32 schiffbrüchigen Flüchtlinge aufzunehmen, die das Schiff „Sea Watch 3“ kurz vor Weihnachten im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet hat. Auch Marburg hat sich als „sicherer Hafen“ für die Frauen, Männer und Kinder angeboten, wie die Stadt nun durch eine Pressemitteilung verlauten lässt.

In der Mitteilung heißt es weiter, dass Oberbürgermeister Thomas Spies diesbezüglich kurz nach Weihnachten einen Brief an Innenminister Horst Seehofer geschrieben habe. „Nach unserer Überzeugung und dem geltenden Recht müssen Menschen, die in Seenot geraten, gerettet werden – egal, aus welchen Gründen sie auf dem Meer sind. Bei allen Schwierigkeiten und Herausforderungen, die die Integration mit sich bringt, handelt es sich im konkreten Fall zudem um eine verschwindend geringe Zahl von Frauen, Männern und Kindern, die in großer Gefahr sind“, so Spies in dem Schreiben.

Seehofer soll Geflüchtete Marburg zuweisen

„Solange die Politik nicht in der Lage ist, den Menschen in ihren Heimatländern eine sichere, friedliche und auskömmliche Existenz zu sichern, solange ist es unangemessen, die Augen vor den Konsequenzen zu verschließen. Und solange ein Teil unseres Wohlstands an Armut und Unterdrückung in anderen Ländern hängt, solange ist das Schicksal von Menschen in Not auch unsere Verantwortung“, betont der Oberbürgermeister in dem Brief an den Innenminister.

Spies bittet Seehofer, die Aufnahme der Geretteten – darunter Kinder, unbegleitete Jugendliche und ein Baby – in Deutschland zu ermöglichen und sie der Stadt Marburg zuweisen zu lassen. Es entspreche den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung und dem humanitären Gesicht der Stadt, „dass wir solche Menschen aufnehmen. Unser Fachdienst Migration und Flüchtlingshilfe und die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer sind gerne und jederzeit bereit, sich um diese Menschen zu kümmern“.

Das Netzwerk von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für Geflüchtete, in das sich 1500 Menschen eingetragen haben, besteht seit 2015.

Weitere Infos folgen in der Freitagsausgabe der OP.