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Marburg Azubis erhalten erstmals Ausbildungsvergütung
Marburg Azubis erhalten erstmals Ausbildungsvergütung
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14:44 28.01.2019
Die Auszubildenden der Gesundheitsfachberufe am UKGM erhalten zum ersten Mal eine Vergütung. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Das teilten Gewerkschaft und Klinikum am Freitag mit. Demnach erhalten Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Orthopisten, Diätassistenten, Logopäden, medizinisch-technische Assistenten und andere­ die gleiche Ausbildungsvergütung wie die Auszubildenden in Krankenhäusern der öffentlichen Hand – und das erstmals.

Der nun erzielte Abschluss sieht demnach rückwirkend zum 1. Januar im ersten Ausbildungsjahr 965 Euro monatlich vor, im zweiten Ausbildungsjahr 1.025 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 1.122 Euro monatlich vor. Am UKGM gebe es zurzeit etwa 400 Auszubildende in den schulischen Gesundheitsberufen.

Verdi-Verhandlungsführer Stefan Röhrhoff sagt: „Das ist ein riesiger Erfolg für uns. Er geht voll auf die Karte der Auszubildenden. Sie haben sich zusammengeschlossen und gemeinsam stark für ihre Belange gekämpft. Ein tolles Beispiel dafür, was Solidarität bewirken kann. Von null auf tausend.“

Bislang mussten Azubis Ausbildung selbst finanzieren

Dr. Gunther K. Weiß, Vorsitzender der Geschäftsführung des UKGM und Mitglied im Vorstand der Rhön-Klinikum AG, sagte nach dem erfolgreichen Abschluss der Tarifverhandlungen: „Wir sind froh, dass wir uns mit der Gewerkschaft Verdi auf diese Regelung einigen konnten und nun jungen Leuten, die sich für eine Ausbildung in Gießen und Marburg entscheiden, ein interessantes Angebot unterbreiten können.“

Man folge mit der Tarifeinigung dem politischen Willen des Gesetzgebers, teilten die Parteien mit. Die große Koalition hatte beschlossen, dass – so wie Auszubildende in Pflegeberufen – auch Auszubildende der Gesundheitsfachberufe eine monatliche Vergütung bekommen sollen.

Bisher mussten diese Azubis bundesweit an allen Krankenhäusern ihren Lebensunterhalt während der dreijährigen Ausbildung selbst finanzieren, konnten aber Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz beantragen.