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Marburg Linke wollen legale Graffiti-Sprühflächen
Marburg Linke wollen legale Graffiti-Sprühflächen
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00:17 31.01.2019
„Free Hugs“, „kostenlose Umarmungen“ – ein Graffito an der Bahnhofsbrücke in Marburg.  Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die einzige legale Fläche für Sprayer in der Stadt sei bisher an der Unterführung am Rudolphsplatz, sagte Stadträtin Kirsten Dinnebier (SPD) in der jüngsten Sitzung des ­Sozialausschusses. „Wir sind mit Polizei und Hessen Mobil im Gespräch über das Thema“, so Dinnebier.

Im Sozialausschuss stimmten die Mitglieder einstimmig für einen Antrag der Marburger Linken. Der Magistrat wird darin gebeten, zu prüfen, ob weitere legale Flächen zur Verfügung gestellt werden können. Denkbar seien laut Dinnebier Flächen im Georg-Gaßmann-Stadion, im Bereich der Basketballkörbe und des Skateparks.

Wo möglicherweise­ weitere geeignete Flächen in den Außenstadtteilen zur Verfügung gestellt werden könnten, wolle man die Ortsbeiräte fragen. Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk (SPD) sagte, auch Gewerbetreibende, die Abrisshallen oder Liegenschaften der Industrie haben, sollten gefragt werden. Beispielsweise­ sei die Rückseite der „Balzer Bauwelt“ zum Südbahnhof hin mal eine Sprühfläche gewesen. Dinnebier sagte, sie werde die Idee aufnehmen.

Selbstverwirklichung, Kreativität und Gruppengefühl

Hans-Werner Seitz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, sagte zu der Hoffnung auf weniger illegale Sprayereien: „Die werden sich nicht davon abhalten lassen.“ Lisa Freitag (FDP/MBL) sagte,­ man könne in das Konzept noch mit aufnehmen, dass mit den Graffiti dunkle Ecken in der Stadt aufgewertet und freundlicher gestaltet werden könnten.

In der Begründung des Antrags der Marburger Linken heißt es, dass Untersuchungen der Universität Potsdam zufolge der „Reiz des Verbotenen“ eine untergeordnete Rolle spiele. Die Motivation sei Selbstverwirklichung, Kreativität und Gruppengefühl. Zudem sei Graffiti eine anerkannte Kunstrichtung. Auch zu ihrer Darstellung sollten die neuen Flächen dienen.

Wichtig sei, dass sie ohne Auflagen oder Anmeldung genutzt werden könnten. Auch Übungsflächen außerhalb des Stadtzentrums für Anfänger oder Workshops seien dabei sinnvoll.     

von Freya Altmüller