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Marburg Stadt will Verkehr um St. Jost entspannen
Marburg Stadt will Verkehr um St. Jost entspannen
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00:17 31.12.2018
Außer einem Kreisel an der Auffahrt zur Stadtautobahn in der Wilhelm-Röpke-Straße war auch ein Kreisel an der Kreuzung bei St. Jost Thema im Stadtparlament. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Auf OP-Nachfrage heißt es seitens der Stadt, dass es an der Abfahrt der Stadtautobahn zur Wilhelm-Röpke-Straße „zum morgendlichen Berufsverkehr für einen kurzen Zeitraum Rückstau“ gebe. Einen Unfallschwerpunkt und damit ein Sicherheitsproblem gebe es jedoch nicht.

Zur Entspannung des Verkehr sei ein Kreisel denkbar. Dessen mögliche Einrichtung soll vom Magistrat geprüft werden, so hat es die Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen.

Ob ein Kreisel jedoch umsetzbar sei, hänge von der Zustimmung mehrerer Partner ab, erklärt Patricia Grähling von der Pressestelle der Stadt. Das Land Hessen und der Bund müssten zustimmen. Denn die Abfahrt gehöre als Teil der Bundesstraße der Bundesrepublik und werde von Hessen Mobil verwaltet. Der Bund müsste Fläche zur Verfügung stellen und sich laut Stadt auch finanziell beteiligen.

Größe des Kreisels muss geprüft werden

Grähling zufolge muss auch die Universität in die Planungen einbezogen werden, da bei der Einrichtung eines Kreisverkehrs der Fußgängerüberweg vermutlich verlegt werden müsste. Der Zebrastreifen würde geringfügig in Richtung B3 verschoben werden, um ausreichend Platz für den Kreisel zu schaffen. Dafür würde eine kleine Fläche vom Uni-Gelände benötigt werden.

Der Fuß- und Radverkehr war ein Punkt, der in dem Beschlussvorschlag besonders zu bedenken gegeben wurde. Laut Stadt nutzen aber nicht viele den Zebrastreifen, da es kürzere und attraktivere Wege zu den Gebäuden in der Wilhelm-Röpke-Straße gebe. Daher heißt es, die Stadt Marburg gehe davon aus, dass ein Zebrastreifen zur Überquerung der Straße an der Abfahrt der Stadtautobahn unproblematisch sei.

Bei der Prüfung müsse nun festgestellt werden, welche Größe ein Kreisel an der Stelle haben könnte. Auch das Verkehrsaufkommen und von welchen Verkehrsteilnehmern der Kreisverkehr wie häufig genutzt würde, spielten eine Rolle. Dafür würden unter anderem die Verkehrsströme von Autos, Bussen, Radfahrern und Fußgängern untersucht.

Auch eine Ampel wäre denkbar

Als Alternative zur Entspannung des Verkehrs an der Stelle wäre aus Sicht der Stadt theoretisch auch eine Ampelanlage denkbar. Ein weiterer Verkehrskreisel war Thema in der Stadtverordnetenversammlung vom 23. November. Da hatte der Magistrat auf eine Kleine Anfrage der CDU geantwortet, dass ein kleiner Kreisverkehr ganz in der Nähe, nämlich an der Kreuzung Kurt-Schumacher-Brücke/St. Jost, vermutlich möglich wäre.

Einschränkend hieß es, dass jedoch die Führung des Fuß- und Radverkehrs problematisch wäre. Auf OP-Nachfrage heißt es nun dazu von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD): „Die Kreuzung ist ein Schulweg, wird von Fußgängern und vom Radverkehr häufig genutzt. An einer solchen Stelle ist die Verkehrsführung mit einer Ampel daher für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer deutlich sicherer.“ Die Einrichtung eines Kreisverkehrs an der Stelle sei eher schwer.

Ob sich beide Kreisverkehre grundsätzlich gegenseitig ausschließen könnten, müsste laut Grähling zunächst untersucht werden. So müsste beispielsweise geprüft werden, ob ein potentieller Rückstau an einem Kreisverkehr an der Kurt-Schumacher-Brücke auch zu einem Rückstau an der B3-Abfahrt führen ­würde.

von Freya Altmüller