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Marburg Drei Demonstrationszüge durch Marburg
Marburg Drei Demonstrationszüge durch Marburg
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18:00 14.03.2019
Jeden zweiten Freitag treten junge Menschen auf dem Marktplatz in einen Klimastreik. Quelle: Björn Wisker
Marburg

Morgen versammeln sich Schülerinnen, Schüler, Studierende, alte und junge Menschen zum sechsten Klimastreik in Marburg. Gemeinsam mit der Kinderrechtsinitiative „Fight for Rights“, startet die Ortsgruppe von Fridays-for-Future an diesem Freitag drei Demonstrationszüge durch Marburg. Der erste Protestzug startet um 12 Uhr auf dem Marktplatz, zeitgleich ein weiterer Demonstrationszug vom Hauptbahnhof.

Der dritte startet bereits um 11.45 Uhr vom Schulzentrum (Höhe Kaufmännische Schulen) aus. Zu einer großen Abschlusskundgebung und gemeinsamen Reden treffen sich alle drei Demonstrationszüge gegen 12.30 Uhr vor dem Erwin-Piscator-Haus. Unterstützt wird die Ortsgruppe von Fridays-for-Future vom Stadtschülerrat und dem Kreisschülerrat Marburg-Biedenkopf sowie dem Asta und der Fachschaftenkonferenz der Philipps-Universität Marburg, die gemeinsam zur Aktion aufrufen.

Zudem schließt sich nach Angaben des Veranstalters die Landesschülervertretung Hessen dem Aufruf an. Weitere Unterstützer seien der Jugendverband der Föderation demokratischer Arbeiter­vereine (DIDF-Jugend), Attac und die Bürgerinitiative „Allnatalweg: Stop“. Zudem rufen die Orts- und Kreisverbände des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und des Naturschutzbundes (Nabu) zur Teilnahme auf.

Junge Menschen aus mehr als 80 Ländern

Der Klimastreik soll an diesem Tag weltweit stattfinden. Auf allen Kontinenten der Welt (außer der Antarktis) werden an diesem Tag junge Menschen aus mehr als 80 Ländern auf die Straße­ gehen. Alleine in Deutschland wird es Schul- und Unistreiks an mehr als 150 Orten geben. Von Kanada, Uganda und Japan bis Brasilien fordern junge Menschen von Regierungen und der internationalen Staatengemeinschaft konsequenten Klimaschutz und die Erderwärmung unter 1,5 Grad Celsius zu halten (Pariser Abkommen).

Auch auf kommunaler Ebene soll nach Ansicht der Bewegung etwas dafür getan werden. Deshalb wird von der Universitätsstadt Marburg und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) unter anderem gefordert, den Klimanotstand auszurufen. Zudem solle die Stadt eine Verkehrswende einleiten, öffentlichen Nahverkehr und Fahrrädern Vorrang im Straßenverkehr geben und einen umfassenden Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs vorantreiben.

Auf OP-Nachfrage sagte Spies dazu, er hoffe, dass viele Marburger an der Demonstration teilnehmen und eine Wende in der Verkehrspolitik hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Rad- und Fußverkehr sowohl fordern als auch selbst umsetzen. „Mehr Busse funktioniert nämlich nur, wenn auch mehr Menschen die Busse nutzen. Diesen Bewusstseinswandel in der Breite der Bevölkerung braucht es – und den kann die Stadt nicht anordnen“, sagte der Oberbürgermeister.

Greta Thunberg, die schwedische Initiatorin der Bewegung, hat Spies‘ Einladung, nach Marburg zu kommen, noch immer nicht beantwortet. Wie die Pressestelle der Stadt mitteilte, wolle man dieser Tage eine freundliche Erinnerung schicken.