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„Man darf im Museum Spaß haben“

Museumstag „Man darf im Museum Spaß haben“

Am Sonntag findet der 33. Internationale Museumstag in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Das Motto heißt in diesem Jahr „Museen für ein gesellschaftliches Miteinander“.

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Besucher im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf bei der Ausstellung „Als man noch Hut trug. Am Sonntag werden dort Führungen und ein Hütebasteln angeboten.

Quelle: Landkreis

Marburg. 48 Museen, Heimatstuben und Schausammlungen sind im Internet auf der Homepage des Landkreises Marburg-Biedenkopf verzeichnet. Um die 6.500 Einrichtungen gibt es in ganz Deutschland. Mehr als 111 Millionen Besuche in die deutschen Museen und Ausstellungshäuser verzeichnete das Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen in Berlin 2008. Das ist die zweithöchste Zahl seit Beginn der Zählung 1981. „Die Attraktivität der Museen ist ungebrochen“, stellt Anja Schaluschke fest. Sie ist Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes in Berlin. Die hohen Zahlen sind unter anderem zu erklären durch spektakuläre Neukonzeptionen und Eröffnungen wie dem Berliner Naturkundemuseum, dem Ozeaneum in Stralsund und dem Ruhrmuseum in Essen.

Zudem begnügen sich Museumsbetreiber nicht mehr damit, ihre Exponate nur zu präsentieren und dann und wann abzustauben. „Man wartet nicht mehr nur darauf, dass jemand vorbeikommt. Und wenn keiner kommt, ist auch gut“, sagt Anja Schaluschke. Die Museen öffnen sich „und holen die Menschen dort ab, wo sie sich befinden“. Das kann mit Museumskoffern sein, mit denen der Unterricht ergänzt wird oder der Museumsbus in Köln, mit dem Schüler zum Wallraf-Richartz-Museum gebracht werden. Die Zielgruppe der Museen ist nicht nur das akademisch gebildete Publikum. Audio-Touren sind mitunter wie Hörspiele aufgebaut, mit Rallyes werden Kinder auf Entdeckungsjagd geschickt.

Die Bildung ist beim Museumsbesuch nur ein Aspekt. „Man darf auch Spaß haben“, betont Anja Schaluschke. Städte würden ihre Museumslandschaft mehr und mehr als Attraktion für Touristen erkennen. Öffentliche Förderung ist damit eine Art der Wirtschaftsförderung. In diesem Jahr steht der Museumstag unter dem Motto „Museen für ein gesellschaftliches Miteinander“. Museen sind ein Spiegel der kulturellen Vielfalt, dort begegnen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters. Die offizielle Auftaktveranstaltung des Hessischen Museumsverbandes zum Internationalen Museumstag findet am Sonntag im Museum Bad Arolsen statt. Um 11.15 Uhr wird in einer Feierstunde im Residenzschloss die Sonderausstellung „OstMenschen – West-Menschen“, Fotografien von Dieter Demme und Pitze Eckart eröffnet.

von Christine Krauskopf

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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