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Marburg „Major Tom“ vertreibt sogar den Regen
Marburg „Major Tom“ vertreibt sogar den Regen
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21:00 28.08.2011
Peter Schilling und seine Band begeisterten im Schlosspark Rauischholzhausen 300 Fans – trotz strömenden Regens zu Beginn des Konzerts. Quelle: Manfred Schubert

Rauischholzhausen. Die bekannten Hits, rockig frisch aufpoliert, neuere Stücke, die ein Großteil der Zuhörer nicht kannte, und emotionale Soloteile mit Akustikgitarre: Da spielte nicht einfach ein früherer Star der verflossenen „Neuen deutschen Welle“ ehemalige Erfolgsnummern herunter, sondern sprach mit seinem Publikum, bedankte sich für den „Respekt, den Ihr den neuen Stücken entgegenbringt“, und erzählte musikalisch viel über die Höhen und Tiefen seines Lebens.

Das Eröffnungsstück „Es ist soweit“ vom 2007er Album „Emotionen sind männlich“ deutete bereits diese Richtung an. „Das Leben hat Phasen, seine Dekaden / Beginne zu handeln … es ist so weit / Du kannst dich entziehn, vor Entscheidungen fliehn / Es wird dir nicht helfen, denn … es ist so weit / Vom Leicht ins Schwer statt vom Schweren ins Leicht / Wer stehen bleibt, zerbricht an der Zeit“ heißt es im Refrain.

„Dass Ihr bei dem Regen gekommen seid, motiviert mich umso mehr“, versicherte Peter Schilling den etwa 300 größtenteils unter Regenschirmen und durchsichtigen Plastiküberzügen auf der Tribüne ausharrenden Besuchern. „Und ich weiß, was Ihr wollt.“

Die Fans wurden nicht lange auf die Folter gespannt. Gleich als zweite Nummer startete „Major Tom“ wie immer „völlig losgelöst“ zu seinem Flug ohne Wiederkehr in den Weltraum, wesentlich härter und rockiger als 1982. Einige der Besucher, die vor der Tribüne stehen geblieben waren, begannen sich im Rhythmus zu bewegen, auch die Sitzenden gingen begeistert mit.

Der Regen hörte auf, Schilling versprach, dass das so bliebe, wenn jetzt einige Besucher vor das Podium kämen. Tatsächlich ließen sich etliche nicht lange bitten und bewegten sich zu „Terra Titanic“ vor der passend wasserblau beleuchteten Bühne. Und wirklich verzogen sich die Wolken, am Ende war der Himmel sternenklar.

In einem Soloteil berichtete Schilling von der Gitarre, die seine Großmutter für ihn zusammengespart hatte, und spielte die ersten Lieder an, die ihn geprägt hatten: „Lady in Black“, „Take me Home, Country Roads“, „American Pie“. Und stellte selbstironisch („Ich war ganz oben!“) das Stück vor, für das er seinen ersten Vertrag bekommen hatte, den Teekanne-Werbesong.

Gute eineinhalb Stunden folgte das Publikum dem Programm, in dem es Schilling gelang, eine Brücke zwischen alten und neuen Stücken zu schlagen. Für die Zugaben, die es lautstark forderte, ließ Schilling auch den Rest der Zuhörer von der Tribüne herunter kommen.

von Manfred Schubert

Mehr lesen Sie am Montag in der gedruckten OP.