Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Märchen kindgerecht in Szene gesetzt

Ensemble Dreierlei in der Waggonhalle Märchen kindgerecht in Szene gesetzt

Die Märchenbühne Dreierlei stellte sich mit „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ dem Marburger Publikum vor - die vielen Kinder in der rappelvollen Waggonhalle waren fasziniert.

Voriger Artikel
Fans verfallen in „Twilight“-Hysterie
Nächster Artikel
Hessische Quasselstrippe

Die Bühnen-Hölle ist in rotes Licht getaucht: Dort versucht das Glückskind dem Teufel drei goldene Haare zu stehlen.Foto: Mareike Bader

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Im ersten Moment hört es sich etwas komisch an, wenn einem ein „eurythmisches“ Theater angekündigt wird. Bei der Eurythmie sollen Laute, Sprache und Töne in Bewegung dargestellt werden. Klingt komisch, ist aber so. Die Darsteller spielten pantomimisch und mit großen, tänzerischen Gesten nach, was der Sprecher erzählte:

Ein Glückskind ist geboren worden. Da dem König vorhergesagt wird, dass das Kind einmal sein Königreich übernehmen wird, kauft er es seinen Eltern ab, setzt es in einen Pappkarton und legt es in einen Fluss. Aber der Karton wird von einem Müllerehepaar gefunden, welches das Kind groß zieht. Als der König das entdeckt, soll das Glückskind einen Brief zur Königin bringen. Dieser wird jedoch ausgetauscht und so lautet die Botschaft nicht, dass das Glückskind sofort getötet werden soll. Stattdessen soll es die Königstochter heiraten. So leicht will sich der König aber nicht geschlagen geben und fordert, dass ihm drei goldene Haare vom Teufel aus der Hölle gebracht werden sollen.

Mit sehr wenigen Mitteln gelang es den Schauspielern das Märchen auf eine schöne und emotionale Weise darzustellen. Ein Bühnenbild gab es nicht, auch die Kostüme waren schlicht gehalten. Trotzdem wurde die Atmosphäre toll rübergebracht.

Im Wald, wo es düster und windig ist, bewegten sich Schauspieler mit ganz großen Schritten, so dass die Tücher auf ihren Schultern wie bei einem Sturm wehten. Dazu erklang vom Flügel eine Variation des Liedes „Des Wandern ist des Müllers Lust“. In der Hölle wurde die Bühne in rotes Licht getaucht und immer wieder sah man Nebel aus der Nebelmaschine. Eine bedrohliche Szenerie, die faszinierte.

Die Kinder in der restlos ausverkauften Waggonhalle waren bei der Premiere am Sonntag ganz gebannt von dem Geschehen auf der Bühne. Auch der Sprecher zog die Kleinen in seinen Bann.

Dem Ensemble Dreierlei gelang eine kurzweilige, kindgerechte und sehr schöne Darstellung des Grimm‘schen Märchens.

von Mareike Bader

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg