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Märchen-Musical im Flower-Power-Stil

Aschenputtel Märchen-Musical im Flower-Power-Stil

Die lockere, poppige Aschenputtel-Inszenierung war ein willkommenes Erlebnis zwischen den Tagen. 550 Zuschauer lockte es in die Marburger Stadthalle, darunter natürlich viele Kinder.

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Vom gepiesackten Aschenputtel (links) zur Märchen-Prinzessin: Auch im Musical des Theaters Liberi findet Nicole Behnke alias Aschenputtel am Ende ihr Glück an der Seite des Prinzen Karl (Enea Lanzarone).Fotos: Julian Paul Umbach

Quelle: Julian Paul Umbach

Marburg. Besonders einige Mädchen waren passend zur Aschenputtel-Vorstellung wie Prinzessinnen gekleidet. Immer wieder sah man im Kindergewirr rosa Röcke aufblitzen.

In der Stadthalle hatten die kleinen Zuschauer allerdings ein wenig Sichtprobleme. Findige Eltern hatten schnell eine Lösung parat und holten den Kindersitz aus dem Auto. Besucher ohne Kinder waren an diesem Mittag eine große Ausnahme.

Passend zum Grimmjahr 2012 wurde „Aschenputtel“ gezeigt. Beim lockeren Musical hielt man sich nur in weiten Teilen an die Grimm’sche Vorlage. Im Musical lebt Aschenputtel (Nicole Behnke) nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Stiefmutter (Sabine Hennig) und ihrer Schwester (Denise Kiesow). Ihrem tristen Alltag entflieht sie besonders gern bei der Jagd im Wald, wo sie auf den Prinzen Karl (Enea Lanzarone) trifft. Aber sie kann ihm jedes Mal erfolgreich davonlaufen.

Der Prinz soll heiraten, obwohl er das nicht will. Auf einem Ball soll er seine Zukünftige wählen. Obwohl die Stiefmutter Aschenputtel verspricht, sie mitzunehmen, wenn sie ihre Arbeit erledigt hat, darf sie doch nicht hin. Sie hätte ja kein Kleid. Aber wie bei der schweren Arbeit, helfen auch hier Aschenputtels Freunde, die Tauben und bringen ihr ein schönes Kleid. Nach dem Ball begegnet Aschenputtel der Waldfee, die sie überredet, einen Schuh auf der Treppe stehen zu lassen, damit der Prinz sie finden kann. Zuerst hält der Prinz die Schwester für seine Prinzessin, denn sie hat das Cape und den Schleier an. Doch ihre Ungeschicklichkeit und ihr Schluckauf verraten sie. Natürlich endet auch das Musical mit einem Happy-End.

Die Dialoge der gesprochenen Szenen waren sehr kindgerecht. Die Schauspieler redeten oft so, wie man es als Kind gern würde. Sie äfften sich nach und machten dumme Scherze. Besonders gut kam die Szene an, als der Prinz das Saallicht anmachen ließ. Er verkündete, dass es keine Hochzeit geben werde. Im Chor sollte „Hochzeit: Nein, Danke!“ gerufen werden, doch stattdessen hörte man aus allen Richtungen die Kinder „Doch!“ schreien.

Ton nicht optimal abgemischt

Leider war der Ton schlecht abgemischt. Schon bei den Dialogen musste man sich immer wieder gut konzentrieren, um alles zu verstehen. Bei den Songs wurde es aber noch undeutlicher. Zu oft konnte man den Text überhaupt nicht verstehen. Die Musik war einfach zu laut und der kräftige Bass gab den zu leisen Stimmen dann noch den Rest. Schade, denn die Lieder wie „Ich bin ich“ waren schön poppig und gingen ins Ohr, auch wenn das Ensemble sehr von den 1970er-Jahren inspiriert war. „Aschenputtel - das Musical“ war eine unterhaltsame und kurzweilige Aufführung für Jung und Alt.

Ganz so wie Herbert und Inge Schildwächter, die ihre Karten beim OP-Gewinnspiel gewonnen hatten, resümierten: „Man konnte für ein paar Stunden wieder Kind sein.“

von Mareike Bader

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