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Marburg Männer auf der Flucht in den Heizungskeller
Marburg Männer auf der Flucht in den Heizungskeller
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19:07 01.10.2014
Drei Komödienstars im Heizungskeller: Elyas M‘Barek (von links)als Eroll, Detlev Buck als Helmut und Christoph Maria Herbst als Lars in „Männerhort“.Foto: Constantin Film/Marco Nagel Quelle: Marco Nagel
Marburg

Wo gehen Männer hin, wenn sie Männer sein wollen? In den Keller. Und was machen Frauen, wenn sie nicht gerade im Internet einkaufen? Ins Shopping-Center fahren. Ungefähr so sieht die Welt aus, die in dem neuen Film „Männerhort“ mit Publikumsliebling Elyas M‘Barek („Fack ju Göhte“) gezeichnet wird. Drei Kumpels treffen sich darin in einem Heizungskeller, um dem nervigen Alltag mit ihren sex- und shoppingsüchtigen Frauen zu entgehen. Das klingt nicht nur klischeehaft, das ist es auch. Dazu kommen schlichte Witze, krude Wendungen im Plot und Genitalien-Slapstick.

Trotzdem dürfte „Männerhort“ wohl zum Kassenknüller werden. Die Darsteller jedenfalls könnten dafür sorgen: Neben dem derzeitigen Superstar M‘Barek spielen auch Christoph Maria Herbst („Stromberg“) und Detlev Buck („Herr Lehmann“) in dem Film mit, dessen Drehbuch auf einem Theaterstück des Deutsch-Isländers Kristof Magnusson basiert. Außerdem sind Michael Gwisdek als verwirrter Rentner und Cosma Shiva Hagen als verrückte Ehefrau zu sehen.

Im „Männerhort“ befindet sich alles, was ein Mann im 21. Jahrhundert nach Meinung der Filmemacher braucht, um glücklich zu sein - Tageslicht zählt nicht dazu. Da wären ein altes Sofa, Dosenbier, Bilder von Playmates und eine Großleinwand wahlweise zum Bundesliga-Gucken oder Spiele zocken. Als Nahrung dienen Pizza und Chips - letztere von einer ganz bestimmten Marke, die die Darsteller nicht müde werden, immer mal wieder in die Kamera zu halten.

Software-Entwickler und Softie Eroll (M‘Barek), der Dixie-Klo-Vertreter und notorische Fremdgänger Lars (Herbst) und der fußballnärrische Pilot und heimlich schwul lebende Helmut (Buck) fühlen sich da unten pudelwohl. So wird im Keller permanent gejammert, dass die Frauen nur Klamotten und Beischlaf im Kopf hätten - dass Helmuts Frau ein Mann ist, verschweigt er aber lieber.

Die Charaktere sind bei alldem heillos überzeichnet - besonders Swinger-Club-Fan Lars. Der parkt im Einkaufszentrum auf dem Behindertenparkplatz und erklärt seiner Frau: „Du bist doch schwanger, das ist doch so was wie behindert.“ Auch wenn man da kurz an Herbsts Paraderolle Stromberg denkt - es ist eben nicht die klug-doppelbödige Serie „Stromberg“, sondern „Männerhort“.

Daran nervt vielleicht am meisten, dass fast nur stereotypes Gedankengut vermittelt wird. Schwule sind in dieser Welt irgendwie putzige Weicheier, über die der Zuschauer lachen soll. Frauen sind demnach komplett gestörte Schminkmurmeln, die in ihrem Kopf kein Hirn, sondern einen Schuh haben. Doch das Heizungskeller-Idyll gerät in Gefahr, aber am Ende wird - damit ist nicht zu viel verraten - alles gut.

Der Film läuft im Cineplex

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