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„Maddin“ ist Gefangener im Dixi-Klo

martin Schneider „Maddin“ ist Gefangener im Dixi-Klo

Voll von seinem komödiantischen Talent überzeugen konnte Martin „Maddin“ Schneider am Samstag das Publikum in der ausverkauften Stadtallendorfer Stadthalle.

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Martin Schneider, der sein Publikum in der Stadthalle begeisterte, hatte nachmittags bereits Autogramme in einer Buchhandlung gegeben, auch an Jannis und Elias Wassmuth.

Quelle: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Fast zwei Stunden lang nahm der Comedian und Bilderbuchhesse mit dem breiten Grinsen und seiner legendär langsamen Sprache die mehr als 300 Besucher bei seiner Show „Lach oder stirb“ mit auf eine Reise durch die Probleme seines täglichen Lebens. 

Im Clinch liegt Maddin seit 15 Jahren mit seiner Freundin Janine, die sich regelmäßig zum Frühjahrsputz im Mai von ihm trennt, um im Juni wieder mit ihm zusammenzukommen. Deswegen könne er in 10 Jahren auch die silberne Trennung feiern, berichtete er. Zusammensein will er ja mit ihr, aber auch gleich zusammenleben – das ist dem – „Schneckenchecker“ dann doch zu viel.

Weitere Unbill droht vom Vermieter, der Martin wegen Eigenbedarfs kündigt – „das ist so, als ob eine Mutter ihre eigene Milch trinkt.“ Vom Erbe seiner „tödlich verstorbenen Omma“ kauft sich Maddin dann ein tolles Haus auf dem Land, das sich aber schnell als Bruchbude entpuppt. Und nicht einmal ein Klo gibt es. Auf dem Dixiklo der Bauarbeiter, das Gott sei Dank im Garten steht und das er, obwohl er nie fremde Klos betritt, in seiner Not aufsucht, passiert ihm das nächste Unglück.

Die Türklinke bricht ab und er ist bei 36 Grad im Schatten gefangen. Aber nach dem Motto „aus einem traurigen Arsch kommt kein fröhlicher Furz“ nimmt er es gelassen, wenn da nicht der große Hunger wäre, der ihn packt und dem beinahe ein Silberfischchen zum Opfer gefallen wäre. Bei der Schilderung seiner Befreiungsversuche, bei denen Martin zum „Rock‘n‘Roller mit dem Dixie-Klo“ wurde, lachte so mancher Zuschauer so laut und heftig, dass es „Maddin“, der neben seiner urhessischen Rhetorik mit köstlicher Gestik und Mimik glänzte, auf der Bühne selbst die Sprache verschlug und er mehrfach mitlachen musste. Dass Schneider ein netter Kerl ist, konnten viele Fans schon am Nachmittag feststellen. Da nämlich konnte man in „Lenis Buchladen“ den hessischen Komiker  persönlich kennenlernen.

Martin Schneider erfüllte  Autogrammwünschen, schrieb eifrig Widmungen in Exemplare seines Buchs „Mach mal Hals lang“ und stellte sich geduldig auch für das eine oder andere Foto zur Verfügung.

Sein Freund und Tourneekumpel Jochen Engel begleitete ihn dabei sogar musikalisch auf einem Akkordeon. Um ein Ticket für Svenja Borgerding, die für die ausverkaufte Abendvorstellung in der Stadthalle keine Eintrittskarte mehr bekommen hatte, wollte sich „Maddin“ sogar persönlich kümmern. Und tatsächlich – der Comedian hatte Wort gehalten. An der Abendkasse konnte die junge Frau ihre ersehnte Eintrittskarte in Empfang nehmen und fand trotz des vollständig gefüllten kleinen Saals noch einen Platz.

von Alfons Wieber

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