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Marburg "Maddin" Schneider gastiert in Marburg
Marburg "Maddin" Schneider gastiert in Marburg
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09:00 09.02.2018
„Meister Maddin“ präsentiert in seinem neuen Programm Wohlfühltechniken wie Babbel-Yoga. Quelle: Foto: Ralf Larmann
Marburg

„Ich bin eigentlich eher ein schüchterner Typ“, schickt Martin Schneider, den alle nur als „Maddin“ kennen, bei einem Tee im Café Vetter vorweg. Das altehrwürdige Café im Herzen Marburgs hat er als Treffpunkt vorgeschlagen. Die Ruhe kommt ihm entgegen, er mag keinen Trubel.

Umso verwunderlicher scheint es, dass er eine solche Bühnen-, TV- und Filmkarriere gemacht hat, denn eine „Rampensau“ ist er wahrlich nicht. „De Maddin“, wie er in Hessen genannt wird, hat aus der Schüchternheit und aus seiner schier grenzenlosen Langsamkeit sein ureigenes Profil geschnitzt, den Gegenentwurf zur Hektik und Hetze des digitalen Zeitalters. Sieht man ihn auf der Bühne oder im Fernsehen möchte man ihn am liebsten anstoßen und ihn auffordern: „Jetzt mach aber mal hin.“ Und er wird, wenn überhaupt, allenfalls gähnend langsam antworten: „Jaaa, isch weiß jetzt aber gar ned, was du von mir willst.“

Maddin Schneider wurde am 25. Mai 1964 geboren und wuchs in Burgholzhausen, einem kleinen Dorf in der Wetterau auf. Das Studium hat ihn dann nach Marburg verschlagen – Germanistik, Völkerkunde, Religionsgeschichte und alles, was ihm Spaß gemacht hat. Er ist hängengeblieben in der Stadt an der Lahn, auch, weil er zunehmend als Komiker Erfolg hatte. „Es gibt keinen ehrlicheren Beruf, als den des Komikers“, sagt Maddin. „Man merkt gleich, ob man ankommt.“

„Maddin“ hat sein Talent in den 80er-Jahren beim Marburger Abend im KFZ getestet, jener legendären offenen Bühne, wo seit mehr als 40 Jahren jeder auftreten kann, der sich das zutraut. 1990 feierte er im ­Café Trauma Premiere mit seinem ersten abendfüllenden Programm. „Das ganze Studentendorf war da“, erinnert er sich. Es folgten harte Auftritte, die ihn zweifeln ließen. Etwa im bekannten Mainzer Unterhaus. „Da saßen fünf Leute im Publikum, die zwei Geschäftsführer, zwei Kritiker von Zeitungen und ein Gast. Es war die Hölle.“

Mit den „7 Zwergen“ war er ganz oben

Danach ging es aufwärts. Nicht rasant, das wäre Maddins Temperament nicht gerecht geworden. Aber stetig. Auftritte in der TV-Show „Comedy Factory“ wurden Mitte der 1990er zum Sprungbrett. Maddin trat im „Quatsch Comedy Club“ auf, war fünf Jahre lang Teil des Teams von „Genial daneben“ und spielte in der „Schillerstraße“.  2006 war er auf dem Zenit: In den Komödien „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ und die Fortsetzung „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“ spielte er den Zwerg Speedy, war im deutschen Comedy-Olymp. Fast elf Millionen Zuschauer sahen die Filme mit Otto Waalkes, Ralf Schmitz, Heinz Hoenig, Boris Aljinovic, Markus Majowski, Nina und Cosma Shiva Hagen. Viel mehr geht nicht im deutschen Film.

Das war auch die Zeit, in der sich der scheue Maddin noch mehr zurückzog. Er restaurierte eine alte Mühle in einem Stadtteil von Wetter, wo er mit seiner Katze lebt und natürlich selbst kocht auf einem uralten, geradezu antiken E-Herd: „Es gibt ja hier nicht so viele Espresso-Bars.“ Dafür aber sind die Menschen „sehr herzlich, sehr hilfsbereit und diskret“, sagt Maddin über seinen neuen Lebensmittelpunkt. Otto Waalkes habe ihn dort schon besucht und sich über den Bach am Haus gefreut.

Inzwischen ist es – zumindest im Fernsehen – ruhiger geworden um Maddin Schneider, den seine Fans wegen seiner ausgeprägten Mimik und seinem gedehnten Wetterau-Hessisch lieben. Aber auch wenn er sich in seiner alten Heimat Marburg rar gemacht hat, verschwunden ist er nie. Er tourt durch die Republik, füllt kleinere und größere Hallen. Und er arbeitet am TV-Comeback. „Man hat darauf aber wenig Einfluss“, sagt er. Demnächst ist er beim Promi-Backen zu sehen und im März auf Sat 1 bei der neuen Improshow „ Mord mit Ansage“. Zudem tüftelt er mit Norbert Heisterkamp, dem Riesenzwerg aus den „7 Zwergen“, an einem neuen TV-Format. „Die Reaktionen auf die ersten Facebook-Clips sind sehr positiv“, sagt Maddin.

Am Freitag kann man „Mr. Aschebeschär“ nach fast fünf Jahren mal wieder live in Marburg erleben. Ab 20 Uhr zeigt er  im KFZ sein neues Programm  „Meister Maddin“. Die Fans erleben hautnah „spirituelle Comedy“ mit dem hessischen Sonnengruß, erfahren, was Indisch und Hessisch gemeinsam haben und wawrum Buddha auch ein Hesse hätte sein können.

Der hessische Dialekt-Guru begibt sich mit dem Publikum  auf den Weg zu innerer Heilung, gibt Life-Style-Tipps  und präsentiert brandneue Wohlfühltechniken wie das Babbel-Yoga.

von Uwe Badouin

  • Karten kosten an der Abendkasse 24 Euro. Ermäßigte Tickets kosten 15 Euro.