Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Literatur und Wissenschaft im Café
Marburg Literatur und Wissenschaft im Café
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:49 31.08.2009
Ludwig Legge vor dem Büro der Neuen Literarischen Gesellschaft in der Aulgasse. Quelle: Christine Krauskopf

Marburg. Die genauen Termine für Tellkamp und Grünbein stehen noch nicht fest, wohl aber die Nolte-Lesung, die am 1. November stattfinden soll. „An ihm werden sich die Geister scheiden“, prophezeiht Ludwig Legge, Vorsitzender der NLG. Schon der Titel des Buches reizt zur Diskussion: „Islamismus – Die dritte radikale Widerstandsbewegung“.

Professor Nolte lehrte von 1965 bis 1973 in Marburg. Er löste 1986 durch einen Beitrag in der FAZ den sogenannten Historikerstreit um die geschichtliche Einordnung des Holocausts aus.

Mit Nolte startet die NLG eine Reihe, in der Wissenschaftler Gelegenheit bekommen, ihre Forschungen vorzustellen. Noch ohne Termin ist die Lesung von Richard David Precht: „Liebe. Ein unordentliches Gefühl“.

Zuvor wird es jedoch unterhaltsam im Café Vetter werden: Am kommenden Sonntag, 6. September, schon wird „unser ostfriesischer Kultsprecher Heiko Postma“, so Ludwig Legge, zum 75. Todestag des Dichters Joachim Ringelnatz unter anderem Seemannsgedichte wie „Kuddel Daddeldu“ vortragen.

Am Sonntag, 13. September, startet die zweite neue NLG-Reihe, die den Titel „Ergötzliches und Wissenswertes zum Café und Kaffee“ trägt. Es kommt die Gourmet-Journalistin Katja Mutschelknaus (laut Legge kein Pseudonym). Sie widmet sich der Geschichte des Kaffeeklatsch, der viel mit weiblicher Gesprächskultur und ebensoviel mit Emanzipation zu tun hat. An diesem Morgen spielt außerdem das „Grünberger Salon-Orchester“ im Café Vetter, das mit seinem Repertoire, das vom Barock bis zum Tango reicht, auch schon vor dem Bundespräsidenten auftrat.n Ein Konzert mit Liedern ohne Worten, das Ludwig Legge und die Komponistin Roswitha Aulenkamp zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn-Bartholdy geben, findet am 17. September ausnahmsweise an einem Donnerstag ab 19 Uhr im Marburger Rathaus statt.

Am Sonntag, 27. September, widmet sich Gerhard Henschel dem 2007 verstorbenen Schriftsteller Walter Kempowski, der oft in Marburg war, um seine Romane vorzustellen. Henschel ist der Ansicht, dass Kempowski von manchen Kritikern zu Unrecht sehr schlecht beurteilt wurde.

Am Sonntag, 4. Oktober, laden Tim Riemenschneider und Dr. Justus Noll zu einer Chanson-Matinee mit dem Titel „Geh’n Se mit der Konjunktur“ ein, um musikalisch gegen die Wirtschaftskrise angehen.

Zwei Wochen später, am 18. Oktober, stellt Hong Ying ihr Buch „Die Konkubinen von Shanghei“ vor, das erst ab Mitte September in die Buchhandlungen kommt. Anne Berg wird Passagen aus dem Krimi vorlesen, bei dem es um Luxus und Verbrechen geht. Hong Ying ist auch Gast der Frankfurter Buchmesse, die sich in diesem Jahr besonders China widmet.

„Wir haben die Hoffnung, dass Hanns Josef Ortheil am 25. Oktober kommt“, sagte Legge augenzwinkernd. Eigentlich sollte der Schriftsteller schon in Mai in Marburg aus seinem Roman „Die große Liebe“ lesen, hatte den Termin jedoch schlicht verwechselt.

Detlef Jena setzt die „Professoren-Reihe“ am 29. November fort. Er hat sich in der Vergangenheit bereits mit der osteuropäischen Heiratspolitik beschäftigt und sich nun dem „Glück und Leid“ der russischen Großfürstin Königin Olga von Württemberg gewidmet. Jena spricht frei und kann Geschichte so erzählen, das sie Bezüge zur Gegenwart bekommt, kündigt Legge an.

Am 8. November ist Karin Kirchhain zu Gast im Vetter, um in gemütlicher Atmosphäre Märchen der Brüder Grimm zu erzählen.

Einen Sonntag später, am 15. November, wandert die Biographin Sigrid Damm ein wenig durch das Leben des Friedrich Schiller. „Sie ist eine Meisterin der Recherche“, lobt Legge.

Nicht mit dem Hammer, sondern mit versteckten kleinen Fouls trete der Wiener Satiriker Erich Sedlak am 6. Dezember an, um über den gesunden Schlaf des Österreichers zu referieren.

Am vierten Advent, also am 20. Dezember, nimmt sich Heiko Postma Charles Dickens Weihnachtsgeschichte vor. Dazu singt er englische Weihnachtslieder.

In den Januar startet die NLG mit einem Chanson-Programm, das Iris Lamouyette im Café Vetter gestaltet.n Der 17. Januar ist wieder für die „Professoren-Reihe“ reserviert: Der Marburger Dozent Arbogast Schmitt wird dem geneigten Publikum die Literaturtheorien Europas näherbringen.

Peter Henning werde sehr gelobt, berichtet Legge. Der Autor stellt seinen rabenschwarzen Familienroman „Die Ängstlichen“ am 31. Januar in Marburg vor. Unterhaltsam verspricht auch Ralph Martins „Ein Amerikaner in Berlin – Wie ein New Yorker lernte, die Deutschen zu lieben“ zu sein. Der Schriftsteller ist am 7. Februar in Marburg, um seine zum Teil verblüffenden Beobachtungen zu schildern. Beispiel: Eine Horde Punks wartet vor einer roten Ampel.

von Christine Krauskopf